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Graz – Die Stadt

Hauptplatz

Meine Geburtsstadt Graz ist eine der schönsten Städte Europas. Mit knapp einer Viertelmillion Einwohnern die zweitgrößte Stadt Österreichs, besticht die Landeshauptstadt der Steiermark durch ihr südliches Flair und ihren Charme.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Uhrturm auf dem Schlossberg. Ihn haben die Grazer Bürger im Jahre 1809 für 2987 Gulden und 11 Kreuzer freigekauft, als eigentlich nach französischer Belagerung im Schönbrunner Frieden vereinbart worden war, die Grazer Festung zu schleifen. Die Besonderheit der Uhr, deren Werk aus dem Jahr 1712 stammt und bis heute funktionstüchtig ist: Die Zeiger sind vertauscht montiert, d.h. der lange Zeiger zeigt die Stunden und der kurze Zeiger die Minuten. So ist es von den vielen Stellen in der Stadt, von denen man einen Blick auf den Uhrturm hat, besser möglich, die Uhrzeit abzulesen.

Eine erste Seilbahn auf den Schlossberg wurde bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet, um Wasser und Baumaterial auf den Berg zu schaffen. Die 1894 errichtete Standseilbahn wurde in der Anfangszeit mit Dampf betrieben; seit 1900 fährt die Schloßbergbahn elektrisch. Vom Schlossberg aus hat man – besonders unterhalb des Uhrturms vom Herbersteingarten aus – einen unvergleichlichen Blick auf die Grazer Altstadt mit ihren roten Ziegeldächern und Kirchtürmen. Und an klaren Tagen sind im Süden sogar die Bergzüge des slowenischen Bacherngebirges zu erkennen.

Auf dem Hauptplatz im Zentrum der Stadt befindet sich neben dem 1894 im Stil des Historismus errichteten Rathaus ein Denkmal für Erzherzog Johann. Der “steirische Prinz” genießt bis heute große Popularität – sowohl aufgrund seines vielfälitigen gesellschaftspolitischen Engagements als auch durch seine Ehe mit einer “Bürgerlichen”. Läßt man den Blick auf dem Hauptplatz kreisen, so fällt unter all den prächtigen Fassaden besonders das Luegghaus mit seiner barocken Stuckfassade und seinen Laubengängen auf. Das Luegg befindet sich an der Ecke zur Sporgasse, die ihren Namen den Waffenschmieden und Sporenmachern verdankt, die im späten Mittelalter hier ansässig waren.

Neben dem Schlossberg ist der Stadtpark die grüne Lunge der Stadt Graz. Der im Stil eines englischen Gartens gehaltene Park wurde seit Beginn der Siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts auf einem ehemaligen Exerzierplatz angelegt. Mit seinen beeindruckenden Alleen und der bunt blühenden Blumenpracht ist er inmitten des Stadtlebens eine Oase der Ruhe. Im Jahre 1874 wurde der Park mit dem Stadtparkbrunnen veredelt, bei dem es sich um das Mittelstück eines auf der Weltausstellung 1873 in Wien präsentierten Brunnens handelt (die Seitenteile des Brunnens stehen übrigens auf dem Place de la Concorde in Paris).

Am westlichen Stadtrand liegt inmitten einer Parkanlage Schloss Eggenberg. Es ist ein Bauwerk voller architektonischer Symbolik: Seine vier Ecken sind nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, so daß die Sonne im Laufe eines Tages das Haus wie eine riesige Sonnenuhr umwandert. Die Anzahl der Außenfenster entspricht mit 365 den Tagen des Jahres. Jedes Stockwerk hat in Analogie zu den Tagen der langen Monate 31 Räume. Die 24 Stunden des Tages finden ihre Entsprechung in den 24 Prunkzimmern, 12 auf jeder Seite der Symmetrieachse des Gebäudes. Diese 24 Zimmer besitzen zusammen 52 Fenster für die Wochen des Jahres. Die prunkvollen Räumlichkeiten beherbergen ein Museum und werden von der steirischen Landesregierung für offizielle Anlässe genutzt.