Übersichtskarte zur Große-Seen-Rundreise:
Routen- und Entfernungsübersicht:
Übersichtskarte zur Große-Seen-Rundreise:
Routen- und Entfernungsübersicht:
Da mein Flug erst um 22 Uhr startet, steht mir der heutige Tag nochmals für einen Stadtbummel durch Chicago zur Verfügung.
Eine der Sehenswürdigkeiten, die ich in den ersten Tagen meiner Reise noch nicht gesehen hatte, ist der Sears Tower. Ehe ich allerdings zur Aussichtsplattform, dem Skydeck komme, ist jede Menge Geduld erforderlich:Die Aussicht von oben ist dann allerdings grandios. Trotzdem: wenn die Zeit in Chicago für nur einen Rundblick von einem Hochhaus mit Aussichtsplattform reicht, würde ich auf jeden Fall das Hancock Center vorziehen.
Zu Fuß gehe ich weiter zum Museumsbereich Shedd Aquarium / Adler Planetarium / Field Museum. Ich entscheide mich für das Field Museum of Natural History. Eine einzigartige Mischung aus Natur- und Kulturgeschichte: phantastische Tiere und lehrreiche Darstellungen zu Tibet, Afrika, den Indianern und zum Naturraum Pazifik. Von der Freitreppe vor dem Museum bietet sich zudem ein herrlicher Blick auf die Skyline von Chicago.Am Grant Park entlang gehe ich zurück in die Stadt. Am Park sind schon die Absperrungen für den morgen stattfindenden Chicago Marathon aufgebaut. Auf der Magnificent Mile herrscht mittlerweile das samstägliche Gedränge; trotzdem mache ich nochmals einen kurzen Bummel. Doch bald sind auch diese letzten Stunden meiner Reise vorbei, und so fahre ich in Richtung O’Hare Airport, gebe meinen Mietwagen ab und mache mich – beladen mit diversen Gepäckstücken – auf den Weg ins Terminal 5, von wo aus um 22 Uhr der Rückflug über Kopenhagen nach Stuttgart starten wird.
|
|
bewölkt und windig, morgens regnerisch; 5-10 °C |
|
|
41 mi. / 66 km |
|
|
… auf dem Rückflug Chicago – Kopenhagen |
Ich fahre ein paar Meilen nach Süden in den malerischen kleinen Ort Saugatuck, wo es sich vor der letzten größeren Fahrtstrecke meiner Reise nochmal gut entspannen lässt. Das charmante Städtchen ist ein beliebter Naherholungsort für die Großstädter.
Über den US-31 und den I-94 geht es – immer am Ostufer des Lake Michigan entlang – in südlicher Richtung nach Michigan City. Hier – im Bundesstaat Indiana – gehen die Uhren wieder nach der Central Time. Das trifft sich gut, denn auf diese Weise habe ich eine zusätzliche Stunde für die heutige Route “gewonnen”.Der Indiana Dunes National Lakeshore ist ein letztes großartiges landschaftliches Highlight dieser Reise. Auf dem US-12 kann man südlich an dem Park entlang fahren; ich mache vom West Beach Visitor Center aus eine Wanderung durch die Dünen. Es ist sehr windig hier, aber der Spaziergang lohnt sich – sehr heller Sand, karge Vegetation, und in der Ferne glitzert bereits die Skyline von Chicago.
Und dort schließt sich dann auch am späten Nachmittag der Kreis meiner Rundreise. Im Hotel (wieder das gleiche wie an den ersten drei Chicago-Tagen) bringe ich dem indischen Portier beim Einchecken die Aussprache meines Namens bei, und gönne mir nochmals ein ausgiebiges Abendessen: Buffalo Chicken Wings, einen Salat, und als Nachtisch noch einen Schokoladenkuchen. Da ist auch wieder diese herb-charmante Kellnerin (“everything okay, honey?”), mit der ich mich ein bisschen über meine Reise unterhalte.|
|
bewölkt und windig, morgens regnerisch, kaum Sonne; 5-10 °C |
|
|
230 mi. / 370 km |
|
|
Days Inn, South Park |
Nach dieser erholsamen Pause geht es noch ein Stück weiter entlang des I-96 in Richtung Westen. Der nächste Stop ist Grand Rapids, die zweitgrößte Stadt Michigans (nicht zu verwechseln mit Grand Rapids, Minnesota, siehe 12. Reisetag). Auch hier mache ich einen kurzen Stadtbummel, doch die Fußgängerzone, das sogenannte “Monroe Center”, gibt nicht allzu viel her.
Schließlich fahre ich über den I-196 in westlicher Richtung noch weiter bis nach Holland. Damit schließt sich der erste Kreis meiner Rundreise, denn ich habe nun wieder den Lake Michigan erreicht. In der Abenddämmerung mache ich einen Strandspaziergang am Holland Beach – auf dem Gelände des gleichnamigen State Parks kann unter anderem auch ein Leuchtturm besichtigt werden. Es sind sogar noch ein paar Windsurfer da, die der zunehmend spürbaren abendlichen Kälte trotzen – Wind gibt es für sie jedenfalls genug. Das nebenstehende Foto zeigt leider nur ansatzweise, wie spektakulär der heutige Sonnenuntergang wirklich ist.|
|
bewölkt, stark windig; 5-12 °C |
|
|
246 mi. / 396 km |
|
|
Super 8 Motel, Holland |
Das Henry Ford Museum bietet eine ausführliche Darstellung der amerikanischen Automobilgeschichte der letzten hundert Jahre (absolut sehenswert), zeigt einige originale Präsidentenlimousinen aber auch andere technische Exponate (Flugzeuge, Lokomotiven, Maschinen) sowie allerlei von Henry Ford angesammelte Gegenstände. Obwohl das Museum keine Gelegenheit auslässt, den Industriellen als amerikanischen Halbgott zu glorifizieren, ist der Besuch hier ein absolutes Muss.
Das direkt benachbarte Greenfield Village ist ein großzügig angelegtes Freilichtmuseum, in dem einige wichtige Gebäude aus der amerikanischen (Industrie-)Geschichte aufgebaut sind. Mit Abstand am interessantesten finde ich die Gebäude, die mit Thomas Edison zu tun haben, insbesondere sein Menlo Park-Labor, in dem er an der Entwicklung der Glühbirne arbeitete. In jedem der historischen Gebäude wird man von einem historisch gekleideten freundlichen Guide empfangen, der die Ausstellungsstücke erläutert. In vielen Gebäuden, die ein technisches oder handwerkliches Thema haben, finden regelmäßig Vorführungen statt, in denen Glasbläser, Schmiede usw. Kostproben alter Handwerkskunst bieten.|
|
bewölkt, trocken; 9-13 °C |
|
|
197 mi. / 317 km |
|
|
Super 8 Motel, Dearborn |
|
|
bedeckt, teilweise sonnig; 10-14 °C |
|
|
43 mi. / 69 km |
|
|
Super 8 Motel, North Ridgeville |
Also nochmal auf ins Amish Country, das heute – bei sonnigem Wetter und mit geöffneten Läden – völlig anders wirkt. Ihren Status als Touristenattraktion nutzen die Amischen als wirtschaftliche Chance – an Straßenständen, auf Märkten und in bezaubernden kleinen Läden verkaufen sie Selbstproduziertes: Obst und Gemüse, Brot und Kuchen (besonders leckeren gibt’s bei ‘Kauffman’s Country Bakery’ in Bunker Hill), Käse (bei ‘Heini’s Cheese Chalet’ in der Nähe von Berlin (!) kann man sogar die Käseherstellung beobachten), sowie Quilts und andere Handarbeiten.
Ein weiteres Aushängeschild des Amish Country ist Lehman’s Hardware Store. Das Haupthaus in Kidron am County Highway 52 ist ein Ausflug an den Beginn des 20. Jahrhunderts: gußeiserne Öfen, eisernes Koch- und Backgeschirr, gasbetriebene Kühlschränke und vieles mehr gibt es in diesem in der Tat bemerkenswerten Laden zu sehen. Eine weitere Lehman’s-Filiale gibt es in Mount Hope. Das ist alles sehr faszinierend, doch allmählich muss ich mich auf den Weg in Richtung Cleveland machen. Dieser führt in Richtung Norden über den OH-93 bis North Ridgeville, von dort über den I-480, I-71 und US-42 direkt nach Downtown Cleveland. Ziemlich nahe an der Rock’n'Roll Hall of Fame kann man für einen Tagespreis von 2 Dollar parken (gleich mal für morgen vormerken). Da nur noch eine knappe Stunde Zeit ist, bis die Rock’n'Roll Hall of Fame schließt, verschiebe ich den Besuch auf morgen und mache stattdessen noch einen Spaziergang am Ufer des Eriesees entlang. An diesem frühen Abend ist es hier ziemlich windig, aber man wird mit ein paar schönen Blicken auf die Stadt belohnt. Neben der Rockhall befindet sich hier im Areal des North Coast Harbor noch das Great Lakes Science Center, und in den Sommermonaten ist hier der Ableger für Schiffsausflüge auf dem Eriesee. Schließlich gehe ich auch noch ein Stück in Richtung Innenstadt, aber da es beginnt, dunkel zu werden, und ich mich auf eine Straßenecke zubewege, an der einige wirklich seltsame Gestalten stehen, kehre ich lieber wieder um und fahre in meine Unterkunft.Im heutigen Motel gibt es kostenlos frisches Popcorn. Wie ein anderer Gast richtig bemerkt: sobald man die erste Tüte geholt hat, ist man verloren …
|
|
sonnig, leicht bewölkt; 11-17 °C |
|
|
198 mi. / 319 km |
|
|
Super 8 Motel, North Ridgeville |
|
|
zunächst freundlich, nachmittags Regen; 11-16 °C |
|
|
158 mi. / 254 km |
|
|
Super 8 Motel, Seville |
|
|
Sonnig, fast wolkenlos; 15-23 °C |
|
|
164 mi. / 264 km |
|
|
Super 8 Motel, Monroeville |
Das nächste von mir angesteuerte Ziel sind die Niagarafälle. Von Toronto aus fährt man dorthin am schnellsten auf dem QEW (Queen Elizabeth Way), der entgegen dem Uhrzeigersinn am Ontariosee entlang führt.
Kurz nach 11 Uhr vormittags komme ich schließlich in Niagara Falls an. Ich parke mein Auto auf der kanadischen Seite, direkt am Fuße des Skylon Tower. Mit dem Aufzug fahre ich auf die Aussichtsplattform des Turmes, von wo sich ein guter Überblick über die Szenerie bietet – und da sind auch schon die beiden großen Wasserfälle: die “American Falls” und die nach ihrer Hufeisenform benannten “Horseshoe Falls” glänzen in der Sonne.Das authentischere Erlebnis ist es aber dann doch, die Wasserfälle vom Straßenlevel aus zu betrachten. Die unglaubliche Gewalt des Naturschauspiels zeigt sich in der Gischt, die man wie einen feinen Nieselregen bereits in großer Entfernung spürt, und die in der Nähe der Horseshoe Falls am stärksten ist. Leider sieht man hier unmittelbar an den Fällen auch einige erschreckende Bausünden: haben diese hohen Hotelbunker wirklich sein müssen?
Und wenn wir schon mal bei den eher unerfreulichen Begleiterscheinungen dieses Naturwunders sind, dann darf auf keinen Fall das Ortsinnere von Niagara Falls unerwähnt bleiben. Die Stadt kommt als eine Art Las Vegas für Arme daher: Touristennepp, so weit das Auge reicht – komplett mit Casino, Wachsfigurenkabinett, Hard Rock Cafe und Guinness World Record Exhibition. Ganze Busflotten karren die Besucher aus aller Herren Länder herbei. Warum das das Paradies für Jungvermählte sein soll, kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen.Na ja, jetzt habe ich das auch mal gesehen, und kann also meine Reise fortsetzen. Über die Rainbow Bridge fahre ich zurück in die USA. Dort komme ich im Bundesstaat New York an, der für mich aber lediglich “Transitland” auf dem Weg in Richtung Pennsylvania ist. Vorbei an Buffalo fahre ich auf dem US-219 in südlicher Richtung bis Du Bois, und von dort weiter auf dem I-80 in Richtung Osten nach Clearfield, wo ich mein Nachtquartier beziehe. Das ist heute etwas teurer als gewohnt, da die örtlichen Hotelbetriebe es sich nicht nehmen lassen, aus dem morgigen großen Footballspiel (Penn State) in der Gegend Kapital zu schlagen.
|
|
sonnig, leicht bewölkt; 13-17 °C |
|
|
296 mi. / 477 km |
|
|
Days Inn, Clearfield |