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Große Seen 1999: Übersicht

Übersichtskarte zur Große-Seen-Rundreise:

 
Routen- und Entfernungsübersicht:

TagDatumRouteTagesstrecke
mi. / km
126.09.1999
Sonntag
Chicago (Loop, Hancock Center, Navy Pier)51 / 82
227.09.1999
Montag
Chicago (Architecture Boat Cruise, Magnificent Mile)36 / 58
328.09.1999
Dienstag
Chicago (Chicago Art Institute, Loop)37 / 60
429.09.1999
Mittwoch
Chicago - Gurnee - Illinois Beach S.P. - Milwaukee127 / 204
530.09.1999
Donnerstag
Milwaukee - Oshkosh - Green Bay - Door County272 / 438
601.10.1999
Freitag
Sturgeon Bay - Manitowoc (Fähre) - Ludington - Manistee103 / 166
702.10.1999
Samstag
Manistee - Sleeping Bear Dunes National Lakeshore - Traverse City - Petoskey209 / 336
803.10.1999
Sonntag
Petoskey - Mackinaw City - Mackinac Island - Grand Marais (MI)174 / 280
904.10.1999
Montag
Grand Marais - Pictured Rocks National Lakeshore - Marquette - Houghton213 / 343
1005.10.1999
Dienstag
Houghton - Keweenaw Peninsula - Ontonagon - Ashland - Eau Claire456 / 734
1106.10.1999
Mittwoch
Eau Claire - Mississippi - Minneapolis - Bloomington - North Branch214 / 345
1207.10.1999
Donnerstag
North Branch - Duluth - Grand Rapids (MN) - International Falls324 / 522
1308.10.1999
Freitag
International Falls - Voyageurs National Park - Grand Marais (MN)276 / 444
1409.10.1999
Samstag
Grand Marais - Grand Portage National Monument - Thunder Bay - Nipigon220 / 354
1510.10.1999
Sonntag
Nipigon - Terrace Bay - Pukaskwa National Park - Pancake Bay - Sault Ste. Marie386 / 621
1611.10.1999
Montag
Sault Ste. Marie - Blind River - Espanola - Manitoulin Island309 / 497
1712.10.1999
Dienstag
South Baymouth (Fähre) - Bruce Peninsula National Park - Owen Sound - Scarborough220 / 354
1813.10.1999
Mittwoch
Toronto (Downtown, CN Tower, PATH)8 / 13
1914.10.1999
Donnerstag
Toronto (Royal Ontario Museum, Toronto Islands, Skydome)13 / 21
2015.10.1999
Freitag
Toronto - Niagara Falls - Du Bois - Clearfield296 / 477
2116.10.1999
Samstag
Clearfield - Punxsutawney - Indiana - Pittsburgh164 / 264
2217.10.1999
Sonntag
Pittsburgh - Amish Country - Seville158 / 254
2318.10.1999
Montag
Amish Country - Cleveland198 / 319
2419.10.1999
Dienstag
Cleveland (Rock'n'Roll Hall of Fame, Downtown)43 / 69
2520.10.1999
Mittwoch
Cleveland - Sandusky - Dearborn197 / 317
2621.10.1999
Donnerstag
Dearborn - Detroit - Lansing - Grand Rapids (MI) - Holland246 / 396
2722.10.1999
Freitag
Holland - Saugatuck - Indiana Dunes National Lakeshore - Chicago230 / 370
2823.10.1999
Samstag
Chicago (Sears Tower, Field Museum)41 / 66

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Große Seen 1999, 28. Tag: Chicago

Blick auf die Skyline von Chicago

Blick auf die Skyline

Das Einpacken war schon immer eine der großen Herausforderungen am Ende eines USA-Urlaubs – auch diesmal ist es nicht anders. Doch mit einigen Kunstgriffen und einem etwas überdimensionierten Anteil an Handgepäck klappt es doch auch diesmal.

Da mein Flug erst um 22 Uhr startet, steht mir der heutige Tag nochmals für einen Stadtbummel durch Chicago zur Verfügung.

An der Michigan Avenue Bridge, Chicago

An der Michigan Avenue Bridge

Eine der Sehenswürdigkeiten, die ich in den ersten Tagen meiner Reise noch nicht gesehen hatte, ist der Sears Tower. Ehe ich allerdings zur Aussichtsplattform, dem Skydeck komme, ist jede Menge Geduld erforderlich:

  • Lift abwärts zum Ticketschalter. Vor diesem die erste Schlange.
  • Dann warten auf den 10-minütigen Film “Over Chicago”. Nanu – wieso kommt denn in diesem Film das Hancock Center so gut wie gar nicht vor? ;-)
  • Die längste Schlange dann vor dem Aufzug zum 99. Stock (über 30 Minuten)

Die Aussicht von oben ist dann allerdings grandios. Trotzdem: wenn die Zeit in Chicago für nur einen Rundblick von einem Hochhaus mit Aussichtsplattform reicht, würde ich auf jeden Fall das Hancock Center vorziehen.

James R. Thompson Center, Chicago

James R. Thompson Center

Zu Fuß gehe ich weiter zum Museumsbereich Shedd Aquarium / Adler Planetarium / Field Museum. Ich entscheide mich für das Field Museum of Natural History. Eine einzigartige Mischung aus Natur- und Kulturgeschichte: phantastische Tiere und lehrreiche Darstellungen zu Tibet, Afrika, den Indianern und zum Naturraum Pazifik. Von der Freitreppe vor dem Museum bietet sich zudem ein herrlicher Blick auf die Skyline von Chicago.

Am Grant Park entlang gehe ich zurück in die Stadt. Am Park sind schon die Absperrungen für den morgen stattfindenden Chicago Marathon aufgebaut. Auf der Magnificent Mile herrscht mittlerweile das samstägliche Gedränge; trotzdem mache ich nochmals einen kurzen Bummel. Doch bald sind auch diese letzten Stunden meiner Reise vorbei, und so fahre ich in Richtung O’Hare Airport, gebe meinen Mietwagen ab und mache mich – beladen mit diversen Gepäckstücken – auf den Weg ins Terminal 5, von wo aus um 22 Uhr der Rückflug über Kopenhagen nach Stuttgart starten wird.

Das Wetter bewölkt und windig, morgens regnerisch; 5-10 °C
Tagesstrecke 41 mi. / 66 km
Übernachtung … auf dem Rückflug Chicago – Kopenhagen
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Große Seen 1999, 27. Tag: Holland – Saugatuck – Indiana Dunes N.L. – Chicago

Holland, Michigan

Holland, Michigan

Als ich mich am Morgen in Holland auf den Weg mache, gießt es leider gerade in Strömen. Im Ort kann man ein “Dutch Village” besichtigen, und in mehreren Läden werden Holzschuhe und Käse verkauft – sozusagen die Niederlande als Freizeitpark.

Ich fahre ein paar Meilen nach Süden in den malerischen kleinen Ort Saugatuck, wo es sich vor der letzten größeren Fahrtstrecke meiner Reise nochmal gut entspannen lässt. Das charmante Städtchen ist ein beliebter Naherholungsort für die Großstädter.

Village Hall, Saugatuck, Michigan

Village Hall in Saugatuck

Über den US-31 und den I-94 geht es – immer am Ostufer des Lake Michigan entlang – in südlicher Richtung nach Michigan City. Hier – im Bundesstaat Indiana – gehen die Uhren wieder nach der Central Time. Das trifft sich gut, denn auf diese Weise habe ich eine zusätzliche Stunde für die heutige Route “gewonnen”.

Der Indiana Dunes National Lakeshore ist ein letztes großartiges landschaftliches Highlight dieser Reise. Auf dem US-12 kann man südlich an dem Park entlang fahren; ich mache vom West Beach Visitor Center aus eine Wanderung durch die Dünen. Es ist sehr windig hier, aber der Spaziergang lohnt sich – sehr heller Sand, karge Vegetation, und in der Ferne glitzert bereits die Skyline von Chicago.

Indiana Dunes National Lakeshore

Indiana Dunes National Lakeshore

Und dort schließt sich dann auch am späten Nachmittag der Kreis meiner Rundreise. Im Hotel (wieder das gleiche wie an den ersten drei Chicago-Tagen) bringe ich dem indischen Portier beim Einchecken die Aussprache meines Namens bei, und gönne mir nochmals ein ausgiebiges Abendessen: Buffalo Chicken Wings, einen Salat, und als Nachtisch noch einen Schokoladenkuchen. Da ist auch wieder diese herb-charmante Kellnerin (“everything okay, honey?”), mit der ich mich ein bisschen über meine Reise unterhalte.

Das Wetter bewölkt und windig, morgens regnerisch, kaum Sonne; 5-10 °C
Tagesstrecke 230 mi. / 370 km
Übernachtung Days Inn, South Park
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Große Seen 1999, 26. Tag: Dearborn – Detroit – Lansing – Grand Rapids (MI) – Holland

Blick auf Downtown Detroit, Michigan

Blick auf Downtown Detroit

Am heutigen Morgen gibt es mal wieder Frost, und die Fahrt von Dearborn nach Downtown Detroit ist auch nicht gerade dazu angetan, ein Gefühl von Wärme aufkommen zu lassen. Endlose Kilometer führt der Highway 12 zwischen verfallenen Häusern hindurch, und wenn am Straßenrand überhaupt Leben zu sehen ist, dann stehen dort meist furchterregende Gestalten herum. In der Stadt angekommen, macht zwar ein Blick auf die Skyline einen ganz passablen Eindruck (siehe Foto), doch wirkt das ehrgeizigste Neubauprojekt, das Renaissance Center, das sich zum größten Teil noch im Innenausbau befindet, seltsam steril. Und wehe, man geht zwei oder drei Straßen in den Stadtdschungel und sieht dann nach links oder rechts: sofort wird es wieder unheimlich. Also halte ich mich hier gar nicht länger als nötig auf, und fahre ziemlich bald wieder weiter.

State Capitol in Lansing, Michigan

State Capitol in Lansing

Es geht nun über den I-96 in nordwestlicher Richtung nach Lansing. Die Hauptattraktion der Hauptstadt des Bundesstaates Michigan ist das State Capitol, das unbedingt auch einen Blick ins Innere wert ist. Sonst ist Lansing eine gemütliche kleine Stadt (und wirkt im Vergleich zu Detroit äußerst entspannend).

Nach dieser erholsamen Pause geht es noch ein Stück weiter entlang des I-96 in Richtung Westen. Der nächste Stop ist Grand Rapids, die zweitgrößte Stadt Michigans (nicht zu verwechseln mit Grand Rapids, Minnesota, siehe 12. Reisetag). Auch hier mache ich einen kurzen Stadtbummel, doch die Fußgängerzone, das sogenannte “Monroe Center”, gibt nicht allzu viel her.

Sonnenuntergang in Holland, Michigan

Sonnenuntergang in Holland, MI

Schließlich fahre ich über den I-196 in westlicher Richtung noch weiter bis nach Holland. Damit schließt sich der erste Kreis meiner Rundreise, denn ich habe nun wieder den Lake Michigan erreicht. In der Abenddämmerung mache ich einen Strandspaziergang am Holland Beach – auf dem Gelände des gleichnamigen State Parks kann unter anderem auch ein Leuchtturm besichtigt werden. Es sind sogar noch ein paar Windsurfer da, die der zunehmend spürbaren abendlichen Kälte trotzen – Wind gibt es für sie jedenfalls genug. Das nebenstehende Foto zeigt leider nur ansatzweise, wie spektakulär der heutige Sonnenuntergang wirklich ist.

Das Wetter bewölkt, stark windig; 5-12 °C
Tagesstrecke 246 mi. / 396 km
Übernachtung Super 8 Motel, Holland
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Große Seen 1999, 25. Tag: Cleveland – Sandusky – Dearborn

Marblehead Lighthouse, Marblehead, Ohio

Marblehead Lighthouse

Von Cleveland aus führt mich die heutige Etappe in Richtung Detroit. Dazu geht es am Eriesee entlang in westlicher Richtung auf dem OH-2. Auf der Halbinsel nördlich von Sandusky fahre ich zum äußersten östlichen Punkt: in dem kleinen Ort Marblehead steht der älteste Leuchtturm der Great Lakes-Region. Das Marblehead Lighthouse wurde 1821 erbaut, und verrichtet seit 1822 seine Dienste.

Im Henry Ford Museum, Dearborn, Michigan

Im Henry Ford Museum

Weiter über den OH-2 erreiche ich in Toledo den westlichsten Punkt des Eriesees. Die Ortsdurchfahrt zieht sich leider ziemlich lange hin – viele Baustellen, an denen man nur im Schneckentempo vorbeifahren kann. Gleich hinter Toledo erreiche ich wieder den Bundesstaat Michigan, und es geht weiter in nördlicher Richtung auf dem I-75 und dem US-24 in Richtung Dearborn. Dort befinden sich unmittelbar nebeneinander zwei tolle Attraktionen: das Henry Ford Museum und das Greenfield Village (das Kombi-Ticket für US$ 11 gilt für zwei aufeinander folgende Tage; man muss also nicht hetzen).

Das Henry Ford Museum bietet eine ausführliche Darstellung der amerikanischen Automobilgeschichte der letzten hundert Jahre (absolut sehenswert), zeigt einige originale Präsidentenlimousinen aber auch andere technische Exponate (Flugzeuge, Lokomotiven, Maschinen) sowie allerlei von Henry Ford angesammelte Gegenstände. Obwohl das Museum keine Gelegenheit auslässt, den Industriellen als amerikanischen Halbgott zu glorifizieren, ist der Besuch hier ein absolutes Muss.

Edison-Fabrik im Greenfield Village, Dearborn, Michigan

Edison-Fabrik im Greenfield Village

Das direkt benachbarte Greenfield Village ist ein großzügig angelegtes Freilichtmuseum, in dem einige wichtige Gebäude aus der amerikanischen (Industrie-)Geschichte aufgebaut sind. Mit Abstand am interessantesten finde ich die Gebäude, die mit Thomas Edison zu tun haben, insbesondere sein Menlo Park-Labor, in dem er an der Entwicklung der Glühbirne arbeitete. In jedem der historischen Gebäude wird man von einem historisch gekleideten freundlichen Guide empfangen, der die Ausstellungsstücke erläutert. In vielen Gebäuden, die ein technisches oder handwerkliches Thema haben, finden regelmäßig Vorführungen statt, in denen Glasbläser, Schmiede usw. Kostproben alter Handwerkskunst bieten.

Das Wetter bewölkt, trocken; 9-13 °C
Tagesstrecke 197 mi. / 317 km
Übernachtung Super 8 Motel, Dearborn
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Große Seen 1999, 24. Tag: Cleveland

Rock'n'Roll Hall of Fame, Cleveland, Ohio

Rock'n'Roll Hall of Fame, Cleveland

Als ich in Cleveland wieder das Parking Lot am Hafen erreiche, ist da ein Parkplatzwächter, der ziemlich gut drauf ist: mit dem Hinweis “You owe me two bucks” kassiert er die Parkgebühr, um mir anschließend einen schönen Tag zu wünschen: “Now take care and have a good one”.

'Free'-Stempel, Cleveland, Ohio

'Free'-Stempel, Cleveland

Die Rock’n'Roll Hall of Fame (wie auf dem Bild zu sehen auch architektonisch etwas Besonderes) bietet einen faszinierenden Überblick zur Geschichte der populären Musik des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung ist natürlich stark Amerika-lastig (Beatles und Stones laufen unter der Rubrik “British Invaders”), aber zahlreiche Originalstücke wie handgeschriebene Texte von Paul Simon oder Bruce Springsteen, John Lennons Green Card, Schulzeugnisse von Jim Morrison sowie viele authentische Bühnenoutfits ergeben zusammen mit vielen Hörproben und einer riesigen Jukebox, in der alle Stücke aller in der Hall of Fame vertretenen Künstler abgerufen werden können, ein sehr unterhaltsames und informatives Gesamtbild.

Eingang zu einer Bank, Cleveland, Ohio

Eingang zu einer Bank

Nach dem Hall-of-Fame-Besuch habe ich für den Rest des Tages Zeit, Clevelands Innenstadt zu erkunden. Das Besucherzentrum im Terminal Tower hält die äußerst nützliche Broschüre “Walk Cleveland” bereit, die als Erläuterung für den Stadtspaziergang ideal ist. Unter anderem gibt es die Arcade zu sehen – das Gebäude von 1890 mit vielen gußeisernen Verzierungen und einer schönen Glasdachkonstruktion ist das älteste Einkaufszentrum (Mall) Amerikas. Überhaupt gibt es an vielen Gebäuden Verzierungen zu sehen (siehe Foto). Interessant auch der Warehouse District mit einigen schön restaurierten ehemaligen Fabrikgebäuden. Im Tower City Center gehe ich sogar noch ins Kino: The Story Of Us, der neue Film von “Harry und Sally“-Regisseur Rob Reiner, hält einem Vergleich mit meinem Lieblingsfilm bei weitem nicht stand. Die Hauptdarsteller, Michelle Pfeiffer und Bruce Willis, geben ihr bestes, aber das Drehbuch dieses Films (was soll das sein: ein Beziehungsdrama, eine tragische Familienkomödie?) lässt sie im Stich.

Das Wetter bedeckt, teilweise sonnig; 10-14 °C
Tagesstrecke 43 mi. / 69 km
Übernachtung Super 8 Motel, North Ridgeville
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Große Seen 1999, 23. Tag: Amish Country – Cleveland

Straßenszene im Amish Country, Ohio

Straßenszene im Amish Country

Hurra, der Plan ist aufgegangen. Heute ist tatsächlich ein schöner Herbsttag!

Also nochmal auf ins Amish Country, das heute – bei sonnigem Wetter und mit geöffneten Läden – völlig anders wirkt. Ihren Status als Touristenattraktion nutzen die Amischen als wirtschaftliche Chance – an Straßenständen, auf Märkten und in bezaubernden kleinen Läden verkaufen sie Selbstproduziertes: Obst und Gemüse, Brot und Kuchen (besonders leckeren gibt’s bei ‘Kauffman’s Country Bakery’ in Bunker Hill), Käse (bei ‘Heini’s Cheese Chalet’ in der Nähe von Berlin (!) kann man sogar die Käseherstellung beobachten), sowie Quilts und andere Handarbeiten.

Pferdeparkplatz, Amish Country, Ohio

Pferdeparkplatz neben einer Drogerie

Ein weiteres Aushängeschild des Amish Country ist Lehman’s Hardware Store. Das Haupthaus in Kidron am County Highway 52 ist ein Ausflug an den Beginn des 20. Jahrhunderts: gußeiserne Öfen, eisernes Koch- und Backgeschirr, gasbetriebene Kühlschränke und vieles mehr gibt es in diesem in der Tat bemerkenswerten Laden zu sehen. Eine weitere Lehman’s-Filiale gibt es in Mount Hope.

Blick auf Downtown Cleveland, Ohio

Blick auf Downtown Cleveland

Das ist alles sehr faszinierend, doch allmählich muss ich mich auf den Weg in Richtung Cleveland machen. Dieser führt in Richtung Norden über den OH-93 bis North Ridgeville, von dort über den I-480, I-71 und US-42 direkt nach Downtown Cleveland. Ziemlich nahe an der Rock’n'Roll Hall of Fame kann man für einen Tagespreis von 2 Dollar parken (gleich mal für morgen vormerken). Da nur noch eine knappe Stunde Zeit ist, bis die Rock’n'Roll Hall of Fame schließt, verschiebe ich den Besuch auf morgen und mache stattdessen noch einen Spaziergang am Ufer des Eriesees entlang. An diesem frühen Abend ist es hier ziemlich windig, aber man wird mit ein paar schönen Blicken auf die Stadt belohnt. Neben der Rockhall befindet sich hier im Areal des North Coast Harbor noch das Great Lakes Science Center, und in den Sommermonaten ist hier der Ableger für Schiffsausflüge auf dem Eriesee. Schließlich gehe ich auch noch ein Stück in Richtung Innenstadt, aber da es beginnt, dunkel zu werden, und ich mich auf eine Straßenecke zubewege, an der einige wirklich seltsame Gestalten stehen, kehre ich lieber wieder um und fahre in meine Unterkunft.

Im heutigen Motel gibt es kostenlos frisches Popcorn. Wie ein anderer Gast richtig bemerkt: sobald man die erste Tüte geholt hat, ist man verloren …

Das Wetter sonnig, leicht bewölkt; 11-17 °C
Tagesstrecke 198 mi. / 319 km
Übernachtung Super 8 Motel, North Ridgeville
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Große Seen 1999, 22. Tag: Pittsburgh – Amish Country – Seville

Market Square, Pittsburgh, Pennsylvania

Market Square, Pittsburgh

Am Vormittag fahre ich nochmals nach Pittsburgh, um mir das Andy Warhol Museum anzusehen. Auf sieben Stockwerken erhält man einen Überblick über das Werk der in Pittsburgh geborenen Pop-Art-Legende. Besonders einprägsam ist ein Raum im ersten Stock mit dem Kunstwerk “Clouds”: mit Helium gefüllte Folienballons werden von einem Luftstrom im Kreis umhergewirbelt, und als Besucher kann man sich sogar zwischen den “Wolken” bewegen. Daneben gibt es auch viele der erwarteten bekannten Objekte wie Campbell-Suppenkartons, Marilyn-Bilder und so weiter.

Ländliche Idylle im Amish Country, Ohio

Ländliche Idylle im Amish Country

Nach dem Besuch im Museum ist wieder ein bisschen Autofahren angesagt: über den I-76 (der mautpflichtige Highway ist auch unter dem Begriff ‘Pennsylvania Turnpike’ ausgeschildert) geht es in westlicher Richtung bis zur Grenze von Ohio. Dort weiter in westlicher Richtung auf I-76, US-224 und US-62 über Canton in Richtung Amish Country. Das Hauptgebiet der Amischen in Ohio ist das Holmes County mit den Hauptorten Millersburg, Berlin und Mount Hope. Dort haben die Amish People ihre althergebrachte deutsche bzw. holländische Sprache und Kultur beibehalten und verzichten aus religiösen Gründen auf die meisten Errungenschaften der modernen Technik – das offensichtlichste Zeichen dafür sind die grauschwarzen Kutschen, die einem überall begegnen und meist von üppig bebarteten Männern zielstrebig durch den modernen Straßenverkehr gesteuert werden. Da das Gelände recht hügelig ist, ist beim Fahren erhöhte Vorsicht geboten: hinter jeder Kuppe könnte ein 1-PS-Gefährt auf der Fahrbahn auftauchen! Leider regnet es mittlerweile in Strömen; da zudem am heutigen Sonntag alle Geschäfte und auch viele Lokale geschlossen haben, entschließe ich mich, dieses landschaftlich wunderschöne Gebiet morgen nochmals etwas genauer zu erkunden. Vielleicht habe ich ja dann auch mit dem Wetter etwas mehr Glück.
Ein Amish-'Auto' im Amish Country, Ohio

Ein Amish-'Auto'



Auf dem Weg zur heutigen Unterkunft komme ich dann noch an einer Anlage namens “Alpine Alpa” vorbei. Das Gebäude ist von der Ausstattung her ganz auf Schweizer Flair getrimmt (Motto: “Switzerland over here”), und die einheimischen Wochenendausflügler freuen sich besonders über einen mit Umtah-Musik beschallten Verkaufsraum, in dem ein paar Dutzend Kuckucksuhren an den Wänden hängen (“Oh my gawd! Look at that!”) und einen unglaublichen Lärm produzieren – nichts wie weg hier!

Das Wetter zunächst freundlich, nachmittags Regen; 11-16 °C
Tagesstrecke 158 mi. / 254 km
Übernachtung Super 8 Motel, Seville
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Große Seen 1999, 21. Tag: Clearfield – Punxsutawney – Indiana – Pittsburgh

Punxsutawney, Pennsylvania

Punxsutawney, PA

Vom Übernachtungsort Clearfield aus geht es auf dem I-80 West zurück nach DuBois (nix französisch: die Amerikaner sprechen es wie “doo boys” aus), und von dort aus auf dem US-119 in südlicher Richtung nach Punxsutawney. Der kleine Ort ist auch hierzulande bekannt – zumindest bei allen, die schon einmal den Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” gesehen haben. Zwar ist die Kleinstadtidylle, die im Film dargestellt wird, Hollywood-Kulisse, aber tatsächlich findet hier jedes Jahr am 2. Februar ein Volksfest statt, bei dem Phil, das Murmeltier, das Wetter für die nächsten vier Wochen vorhersagt. Phil ist denn auch allgegenwärtig (natürlich gibt es einen Souvenirladen, und das Fremdenverkehrsamt hat die Telefonnummer 1-800-752-PHIL), aber sonst ist wirklich nicht viel los.

Jimmy Stewart Museum, Indiana, Pennsylvania

Jimmy Stewart Museum, Indiana, PA

Weiter in südlicher Richtung auf dem US-119 ist Indiana die nächste Station. Mittlerweile ist es über 20 Grad warm geworden – ein Spätsommertag mitten im Oktober! Hier in Indiana gibt es etwas Schönes für den Filmfan: die Geburtsstadt der US-Kinolegende James Stewart (“Mein Freund Harvey”, “Die Glenn Miller Story”, “Vertigo“, “Mr. Hobbs macht Ferien”) ist Heimat des Jimmy Stewart Museum, das dem Leben und Werk des berühmtesten Sohnes der Stadt gewidmet ist. Typisch amerikanisch, liegt ein Schwerpunkt der Ausstellung auf Jimmy, dem Kriegshelden, der im 2. Weltkrieg als Kampfpilot mehrere Einsätze über deutschem Gebiet flog. Vor dem lokalen Gerichtsgebäude, rechts neben dem Museum, wurde 1983 zudem eine James Stewart-Statue aufgestellt. Auf der Philadelphia Street, an der das Museum liegt, gibt es einige schön renovierte alte Häuser, die das übliche Potpourri aus Läden und Restaurants bieten.

Blick auf Pittsburgh, Pennsylvania

Blick auf Pittsburgh, PA

Nun nehme ich Kurs auf Pittsburgh, das ich über die US-Highways 119 und 22 in westlicher Richtung erreiche. Auf dem I-376 kann man direkt in die Innenstadt fahren. Bei nach wie vor prächtigem Wetter habe ich jetzt noch mehrere Stunden Zeit für eine erste Erkundung der Stadt, deren Geschichte eng mit den Namen von Großindustriellen wie Andrew Mellon oder Henry J. Heinz (Heinz Ketchup!) verbunden ist. Pittsburgh liegt an der Stelle, wo die Flüsse Monongahela und Allegheny in den Ohio River münden. An der Spitze des Stadtteils “Golden Triangle” liegt an besagter Flussmündung der Point State Park, an dessen Landspitze ein abends beleuchteter Brunnen sprudelt. Beim anschließenden Rundgang durch Downtown ist der Kontrast zwischen den alten, verzierten Bauten der Jahrhundertwende (als Pittsburgh eine reiche Stahl- und Eisenstadt war), und der modernen Stahl- und Glasarchitektur besonders auffällig. Über die Smithfield Street Bridge gelange ich zum Station Square, einem Bahnhofswartesaal von 1901, der zu einem Einkaufs- und Restaurantzentrum umgebaut wurde. Am Monongahela River entlang gehe ich zur Duquesne Incline – die 1877 errichtete Standseilbahn führt zum Preis von einem Dollar pro Strecke hinauf zur Grandview Avenue. Von der dortigen Aussichtsplattform hat man einen großartigen Blick auf die Stadt (siehe Foto) und die Brücken. An einem so schönen Tag wie heute ist auch auf den Flüssen jede Menge Bewegung zu beobachten; von gemütlich dahintuckernden Ausflugsbooten bis hin zu Motorbooten, die sich Wettrennen liefern.

Das Wetter Sonnig, fast wolkenlos; 15-23 °C
Tagesstrecke 164 mi. / 264 km
Übernachtung Super 8 Motel, Monroeville
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Große Seen 1999, 20. Tag: Toronto – Niagara Falls – Du Bois – Clearfield

Abschied von Toronto, Ontario

Abschied von Toronto

Am heutigen Morgen heißt es also Abschied nehmen von Toronto. Bei der Ausfahrt aus der Metropolitan Area habe ich nochmals einen schönen Blick auf die Stadt und den CN-Tower, allerdings auch das eine oder andere seltsame Erlebnis mit Autofahrern nordamerikanischer Prägung (wichtigste Fremdwörter: “Vorausschauendes Fahren” und “Einfädeln-Lassen”).

Das nächste von mir angesteuerte Ziel sind die Niagarafälle. Von Toronto aus fährt man dorthin am schnellsten auf dem QEW (Queen Elizabeth Way), der entgegen dem Uhrzeigersinn am Ontariosee entlang führt.

Die American Falls (Blick vom Skylon Tower), Niagara Falls

Die American Falls (Blick vom Skylon Tower)

Kurz nach 11 Uhr vormittags komme ich schließlich in Niagara Falls an. Ich parke mein Auto auf der kanadischen Seite, direkt am Fuße des Skylon Tower. Mit dem Aufzug fahre ich auf die Aussichtsplattform des Turmes, von wo sich ein guter Überblick über die Szenerie bietet – und da sind auch schon die beiden großen Wasserfälle: die “American Falls” und die nach ihrer Hufeisenform benannten “Horseshoe Falls” glänzen in der Sonne.

Das authentischere Erlebnis ist es aber dann doch, die Wasserfälle vom Straßenlevel aus zu betrachten. Die unglaubliche Gewalt des Naturschauspiels zeigt sich in der Gischt, die man wie einen feinen Nieselregen bereits in großer Entfernung spürt, und die in der Nähe der Horseshoe Falls am stärksten ist. Leider sieht man hier unmittelbar an den Fällen auch einige erschreckende Bausünden: haben diese hohen Hotelbunker wirklich sein müssen?

Im Zentrum von Niagara Falls, Ontario

Im Zentrum von Niagara Falls

Und wenn wir schon mal bei den eher unerfreulichen Begleiterscheinungen dieses Naturwunders sind, dann darf auf keinen Fall das Ortsinnere von Niagara Falls unerwähnt bleiben. Die Stadt kommt als eine Art Las Vegas für Arme daher: Touristennepp, so weit das Auge reicht – komplett mit Casino, Wachsfigurenkabinett, Hard Rock Cafe und Guinness World Record Exhibition. Ganze Busflotten karren die Besucher aus aller Herren Länder herbei. Warum das das Paradies für Jungvermählte sein soll, kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen.

Na ja, jetzt habe ich das auch mal gesehen, und kann also meine Reise fortsetzen. Über die Rainbow Bridge fahre ich zurück in die USA. Dort komme ich im Bundesstaat New York an, der für mich aber lediglich “Transitland” auf dem Weg in Richtung Pennsylvania ist. Vorbei an Buffalo fahre ich auf dem US-219 in südlicher Richtung bis Du Bois, und von dort weiter auf dem I-80 in Richtung Osten nach Clearfield, wo ich mein Nachtquartier beziehe. Das ist heute etwas teurer als gewohnt, da die örtlichen Hotelbetriebe es sich nicht nehmen lassen, aus dem morgigen großen Footballspiel (Penn State) in der Gegend Kapital zu schlagen.

Das Wetter sonnig, leicht bewölkt; 13-17 °C
Tagesstrecke 296 mi. / 477 km
Übernachtung Days Inn, Clearfield