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Kalifornien 2001: Übersicht

Übersichtskarte zur Kalifornien-Rundreise:

 
Routen- und Entfernungsübersicht:

TagDatumRouteTagesstrecke
mi. / km
131.05.2001
Donnerstag
San Francisco (Downtown)56 / 90
201.06.2001
Freitag
San Francisco - Palo Alto - San Jose - Santa Cruz111 / 179
302.06.2001
Samstag
Santa Cruz - Monterey - Big Sur - Marina150 / 242
403.06.2001
Sonntag
Monterey Peninsula - Salinas - Gilroy - Merced186 / 299
504.06.2001
Montag
Merced - Mariposa - Oakhurst - Yosemite N.P.104 / 167
605.06.2001
Dienstag
Yosemite N.P.92 / 148
706.06.2001
Mittwoch
Yosemite N.P.59 / 95
807.06.2001
Donnerstag
Yosemite N.P. - Mono Lake - South Lake Tahoe269 / 433
908.06.2001
Freitag
South Lake Tahoe - Tahoe City - Roseville - Sacramento180 / 290
1009.06.2001
Samstag
Sacramento - Napa Valley - Vacaville126 / 203
1110.06.2001
Sonntag
Vacaville - Sonoma Valley - Highway 1 - Muir Woods - San Francisco98 / 158
1211.06.2001
Montag
San Francisco (Downtown, Pier 39, Fisherman's Wharf) und Bay Area 110 / 177

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Kalifornien 2001, 12. Tag: San Francisco (Downtown, Pier 39, Fisherman’s Wharf) und Bay Area

California Street, San Francisco

California Street, San Francisco

Den letzten Tag dieser Rundreise durch Zentralkalifornien habe ich also nochmals für San Francisco zur Verfügung. Wie schon am ersten Tag fahre ich über die Bay Bridge nach Oakland, wo ich das Auto im Parkhaus am Civic Center zurücklasse, und steige in den BART-Zug in Richtung San Francisco ein.

Die Fahrt dauert nur etwas mehr als 10 Minuten, nach denen ich an der Station Powell Street durch das San Francisco Shopping Center mitten im pulsierenden Großstadttrubel lande. Ich besorge mir einen großen Becher Kaffee, und mache einen kurzen Einkaufsbummel, ehe mir in der Geary Street nahe beim Kaufhaus Macy’s ein Schild auffällt: “Free Shuttle to Pier 39″.

Green Street, San Francisco

Green Street, San Francisco

Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen, und steige in den Bus ein, der dem typischen Cable-Car-Aussehen nachempfunden ist. Und so geht es durch den Montagvormittagsverkehr in Richtung Fisherman’s Wharf und Pier 39. Der 300m lange Pier wurde Ende der 70er Jahre in einen Einkaufs- und Unterhaltungskomplex von etwa 130 Geschäften und Restaurants umgebaut. Besonders beliebt bei den Besuchern sind die zahlreichen Seehunde, die sich auf einigen Holzflößen zwischen Pier 39 und Pier 41 tummeln. Fast hat man das Gefühl, die Tiere seien sich ihres “Star”-Status bewusst und würden ihn genießen.

Seehunde, Pier 39, San Francisco

Seehunde, Pier 39, San Francisco

Unmittelbar westlich von Pier 39 beginnt am Ende des Embarcadero der Fisherman’s Wharf. Das Hafenareal an der North Waterfront ist wahrscheinlich der am stärksten touristisierte Teil der Stadt, gehört aber dennoch zum Pflichtprogramm jedes San Francisco-Besuchers. Um die Mittagszeit kaufe ich mir eine Portion Fish and Chips, und gehe dann noch ein Stück weiter in Richtung Aquatic Park. An den Südrand dieser kleinen Parkanlage grenzt der Ghirardelli Square – hier wurde 1964 aus den roten Ziegelgebäuden der Schokoladenfabrik Ghirardelli ein Einkaufs-, Kunst- und Unterhaltungszentrum mit brunnengeschmückten Gartenhöfen und Aussichtsterrassen errichtet.

Nach meinem Aufenthalt im Hafenareal spaziere ich durch die Powell Street in die Stadt zurück, und fahre mit dem BART-Zug nach Oakland. Von hier aus drehe ich mit dem Auto nochmal eine Runde durch die Bay Area, und fahre über Palo Alto und Redwood City zurück ins Hotel nach South San Francisco.

Traurig, aber wahr: meine Rundreise durch Zentralkalifornien ist zu Ende!

Das Wetter bedeckt und sehr windig; Höchstwerte bei 22°C
Tagesstrecke 110 mi. / 177 km
Übernachtung Howard Johnson, South San Francisco
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Kalifornien 2001, 11. Tag: Vacaville – Sonoma Valley – Highway 1 – Muir Woods – San Francisco

Buena Vista Winery, Sonoma Valley

Buena Vista Winery, Sonoma Valley

Das zweite Weintal westlich des Napa Valley ist das Sonoma Valley. Von Vacaville aus, wo ich übernachtet habe, fahre ich zunächst nochmal auf dem Highway 29 ein Stück ins Napa Valley hinein, und biege kurz vor Oakville in den “Oakville Grade” ein. Diese schmale, zum Teil unglaublich steile und kurvige Verbindungsstraße bringt mich auf den Highway 12, der die Hauptstraße durch das Sonoma Valley bildet. Im Vergleich zum Napa Valley fällt auf, daß das Sonoma Valley bei weitem nicht so touristisiert wirkt. Auch die Weinkellereien liegen nicht unmittelbar neben der Straße, sondern man muß etwas längere Fahrten auf sich nehmen, um die teilweise abgelegenen Weingüter zu erreichen. Dafür wird man dort auch sehr herzlich begrüßt – und die Weinproben gibt es in aller Regel sogar umsonst!

Highway 1, nördlich von San Francisco

Highway 1, nördlich von San Francisco

Für einen Besuch habe ich mir die Buena Vista Winery ausgesucht. 1857 hatte der ungarische Graf Agoston Haraszthy am Stadtrand von Sonoma das heute älteste kalifornische Weingut gegründet. Unter den exzellenten Proben findet sich sogar ein einheimischer Gewürztraminer, und das Personal ist auch gut drauf. Bernie, der sich um die Füllung meines Probierglases kümmert, gibt seinen einzigen deutschen Satz zum Besten: “Ich muss noch meine Hausarbeiten machen” … (!)

Muir Woods National Monument

Muir Woods National Monument

Nach diesem Abstecher wird es allmählich Zeit zur Weiterfahrt in Richtung Highway 1 an der Pazifikküste. Der Weg führt über die kleinen Ortschaften Petaluma und Tomales, und da ist sie dann wieder: diese schmale und kurvige Strecke, die zum Teil direkt am Pazifik entlang führt und viele wunderschöne Ausblicke garantiert.

Etwa 25 km nördlich von San Francisco liegt das Muir Woods National Monument, ein mehr als 200 ha großes Waldgebiet von Redwood-Bäumen, die zwischen 400 und 800 Jahre alt sind und bis über 70m in den Himmel aufragen. Hitchcock-Fans kennen diesen Ort als Schauplatz einer Schlüsselszene des Films Vertigo. Am Redwood Creek entlang kann man hier im Schatten der ehrwürdigen Baumriesen einen Spaziergang machen. Selbst an sonnigen Tagen wie heute dringt nicht allzu viel Licht durch die Baumkronen, und an den wenigen Lichtungen ergeben sich sehr reizvolle Fotomotive.

Blick vom Vista Point, San Francisco

Blick vom Vista Point, San Francisco

Nun ist auch der Kreis dieser Rundreise kurz davor, sich zu schließen. Bei Marin City führt der Highway 1 in den US-Highway 101, der in südlicher Richtung geradewegs auf die Golden Gate Bridge zu führt. Auf den letzten Kilometern vor der Brücke staut sich der Verkehr – das sind wohl die Städter, die vom Sonntagsausflug zurückkehren. Kurz vor der letzten Rechtskurve, mit der man auf die Brücke gelangt, befindet sich die Ausfahrt zum Vista Point, dem berühmten Aussichtspunkt nördlich von San Francisco, auf dem man den unvergleichlichen Blick auf die Stadt mit der Golden Gate Bridge im Vordergrund hat. Das Glück ist auf meiner Seite, denn just zu dem Zeitpunkt, als ich hier ankomme, herrscht die eher seltene Wetterlage, die keinen Nebel, sondern stattdessen eine hervorragende Fernsicht bietet. Und so nutze ich dankbar die Gelegenheit, von verschiedenen Positionen aus diese einzigartige Aussicht mit meiner Kamera festzuhalten.

Danach fahre ich über die Brücke (3$ Maut in Nord-Süd-Richtung) und durch die Stadt nach South San Francisco, wo ich für die letzten beiden Nächte ein Quartier in der Nähe des Flughafens beziehe.

Das Wetter bis zu 29°C; an der Küste z.T. stark windig
Tagesstrecke 98 mi. / 158 km
Übernachtung Howard Johnson, South San Francisco
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Kalifornien 2001, 10. Tag: Sacramento – Napa Valley – Vacaville

Für den heutigen Vormittag habe ich mir einen Besuch in Old Sacramento vorgenommen. Am Westrand des Stadtzentrums, zwischen Interstate 5 und Sacramento River, sind die Straßenzüge zwischen der I und M Street sowie der 2nd und Front Street im Stil der Jahre 1849 bis 1870 wiederhergestellt worden – komplett mit Kopfsteinpflaster, Pferdekutschen und Dampflokomotiven. Im Vergleich zu dem eher abstoßenden Eindruck, den einige Ecken der Innenstadt am gestrigen Abend auf mich gemacht haben, ist es hier wirklich sehr nett. Natürlich ist es im Endeffekt so etwas wie eine “Touristenfalle”, aber das alles vor einer wirklich fotogenen Kulisse, und präsentiert mit der typisch amerikanischen Begeisterung für alles, was auch nur einen entfernten Bezug zur eigenen Geschichte hat.

Danach gehe ich entlang der K Street Mall nochmals kurz durch Downtown. Die Orientierung in Sacramento ist übrigens denkbar einfach: von Nord nach Süd sind die Straßen durchnumeriert; von West nach Ost tragen sie die Buchstaben A bis X.

 
Damit endet mein Besuch in der kalifornischen Hauptstadt, und ich mache mich auf den Weg in Richtung Napa Valley, dem bekanntesten kalifornischen Weinanbaugebiet. Von Sacramento aus nimmt man dazu den Interstate 80 bis Fairfield, und von dort geht es auf dem CA-12 West auf den Highway 29, der die Hauptverkehrsader durch das Napa Valley bildet.

In Downtown Napa hole ich mir im Visitor Center Informationsmaterial, und fahre dann weiter auf dem Highway 29 bis Rutherford. Mittlerweile reiht sich Weingut an Weingut, und ich entschließe mich, einfach das nächstbeste zu besuchen, zu dem die meisten Autos vor mir abbiegen, und auf dessen Parkplatz ich viele Autos stehen sehe. Dabei handelt es sich um die Beaulieu Winery (der Amerikaner spricht “Bow-Lijuh”), die, wie ich später herausfinde, seit Jahrzehnten eine Art offizieller Lieferant für die amerikanischen Präsidenten ist. Gleich zur Begrüßung bekomme ich ein Probierglas Chardonnay in die Hand gedrückt, und während der 5$ teuren Weinprobe habe ich die Gelegenheit, vier weitere Weinsorten und einen Schluck kalifornischen Portwein zu versuchen. Außerdem ist noch eine Führung durch die Weinkeller inbegriffen, und am Ende des Rundganges gelingt es mir, der Tourbegleiterin zwei Probiergläser mit dem Kellereilogo als Souvenir abzuschwatzen.

Für das heutige Motel muss ich dann wieder in Richtung Interstate 80 zurückfahren. Die Unterkünfte im Napa Valley sind entweder belegt oder sündhaft teuer, zumal am heutigen Samstag auch noch der Wochenendzuschlag gilt. Ein sehr interessanter Laden in der Nähe meines Motels ist Trader Joe’s, eine kleine Supermarktkette, die durch ihr Sortiment aus naturnah produzierten und international ausgewählten Artikeln gefällt.

Das Wetter morgens 15°C; tagsüber leicht bewölkt, bis zu 32°C
Tagesstrecke 126 mi. / 203 km
Übernachtung Royal Motel, Vacaville
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Kalifornien 2001, 9. Tag: South Lake Tahoe – Tahoe City – Roseville – Sacramento

South Lake Tahoe, Nevada

South Lake Tahoe, Nevada

South Lake Tahoe liegt genau auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada. Sobald man sich in die Nevada-Hälfte begibt, stehen zu beiden Seiten des Highway 50 die großen Casinos wie Harrah’s oder Harveys, während man auf der kalifornischen Seite die Hotels, Ski Resorts sowie Supermärkte und Souvenirläden findet. Ich mache einen kurzen Morgenspaziergang, bei dem auch der 0,4-Liter-Becher Milchkaffee nicht fehlen darf, der heute von der ortsansässigen Alpen Sierra Coffee Co. (!) kommt.

Emerald Bay, Lake Tahoe

Emerald Bay, Lake Tahoe

Anschließend fahre ich auf dem Highway 89 weiter in Richtung Norden, immer am Westufer des Sees entlang. Entlang der Straße gibt es einige tolle Aussichtspunkte auf den See; die schönsten davon sind sicherlich der Blick auf die Emerald Bay in der Nähe von Camp Richardson, sowie der Sugar Pine Point im gleichnamigen State Park. Etwa um die Mittagszeit erreiche ich Tahoe City, wo ich einen zweistündigen Stop einlege. Hier ist es sehr schön und sonnig, und man kann ein Stück direkt am Seeufer entlang gehen. Außerdem schaue ich kurz bei “Vicky’s Cyber Cafe” rein, um ein paar e-Mails nach Europa zu schicken. Nur wenige Kilometer von Tahoe City entfernt liegen übrigens mit Squaw Valley, Echo Summit und Homewood drei der bekanntesten Skigebiete Kaliforniens.

California State Capitol, Sacramento

California State Capitol, Sacramento

Da ich mir vorgenommen habe, heute noch die ca. 100 Meilen entfernte kalifornische Hauptstadt Sacramento zu erreichen, mache ich mich am frühen Nachmittag auf den Weg in Richtung des Interstate 80, der die schnellste direkte Verbindung dorthin ist. Etwa 20 Meilen vor Sacramento halte ich kurz in Roseville an, um mir ein bisschen die Beine zu vertreten. Danach lege ich die letzte Teilstrecke zurück, und checke in ein relativ günstig gelegenes Hotel am Ostrand des Stadtzentrums ein. Von hier aus muss ich nur einige Blocks nach Westen fahren, um in Richtung Capitol Mall zu gelangen. Ich stelle mein Auto in einer Seitenstraße ab und gehe noch eine kleine Runde zu Fuß. In einem Park in der Nähe der City Hall findet an diesem Abend ein Open-Air-Konzert mit einigen lokalen Bands statt. Und obwohl über der Bühne ein großes Budweiser-Transparent hängt, muss ich am Parkeingang meinen Rucksack aufmachen, um nachzuweisen, dass ich auch keinen Alkohol dabei habe …

Auf meiner kleinen Runde, die mich auch am State Capitol vorbei führt, sehe ich ein paar ziemlich gruslige Typen am Straßenrand stehen und liegen. Ich esse im Einkaufzentrum Downtown Plaza eine Kleinigkeit zu Abend, und fahre dann zurück ins Hotel.

Das Wetter morgens 17°C; tagsüber wolkenlos und trocken, bis zu 34°C
Tagesstrecke 180 mi. / 290 km
Übernachtung Vagabond Inn Midtown, Sacramento
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Kalifornien 2001, 8. Tag: Yosemite Nationalpark – Mono Lake – South Lake Tahoe

Als ich morgens die Zeltwand öffne und den Kopf hinausstrecke, blinzle ich direkt in einen Sonnenstrahl – auch der vierte Yosemite-Tag scheint ein sommerlich schöner zu werden! Allerdings war das die letzte Nacht auf dem Campingplatz, und so steht erstmal Frühsport an – das Zelt muss abgebaut, gereinigt und verstaut werden.

Danach habe ich eingeplant, einen Abstecher zum Hetch Hetchy Reservoir zu machen, einem Stausee am Westrand des Parks. Dazu fahre ich auf der Big Oak Flat Road in Richtung Norden, und gelange nach ein paar Kilometern außerhalb des Parkgeländes über den Eingang “Hetch Hetchy” wieder ins Innere des Parks. Die Tankanzeige ist schon fast auf leer, aber so weit wird es ja hoffentlich bis zum Stausee nicht mehr sein …

Die Hetch Hetchy Road ist eine schmale und teilweise sehr steile Straße, die direkt zu einem Parkplatz am O’Shaughnessy Dam führt, der den See seit 1923 aufstaut. Auch hier ist es wieder sehr schön; nach einem kurzen Spaziergang mache ich mich aber wieder auf den Weg, denn ich möchte bis heute Abend möglichst noch den Lake Tahoe an der Grenze Kaliforniens zu Nevada erreichen.

 
Ich lasse den Motor an, fahre einige hundert Meter – und da geht die Kontrollampe der Tankanzeige an. So ein Mist, bis zur nächsten Tankstelle sind es noch 17 Meilen! Etwas unruhig auf dem Fahrersitz hin und her rutschend fahre ich in Richtung Crane Flat, und glücklicherweise erreiche ich die dortige Tankstelle in der Nähe des Westeingangs zum Park dann doch noch. Erleichtert kann ich meine Fahrt auf der Tioga Road in östlicher Richtung fortsetzen. Sie führt vorbei an einigen schönen Aussichtspunkten wie dem Olmsted Point zu den Toulumne Meadows, und kurze Zeit später verlasse ich auf 3.031m Seehöhe am Tioga Pass den Yosemite Nationalpark. Ein unvergessliches Naturerlebnis geht zu Ende.

Doch keine Zeit zur Traurigkeit: auch die Strecke auf dem Highway 120 vom Tioga Pass nach Lee Vining ist landschaftlich sehr eindrucksvoll. In Lee Vining zweige ich auf den US-395 nach Norden ab, gleichzeitig erstreckt sich über mehrere Kilometer am rechten Straßenrand das Westufer des Mono Lake. Auf dem Highway 395 geht es nun geradewegs in den Bundesstaat Nevada, der durch Orte wie Las Vegas und Reno als Hochburg der Glücksspieler bekannt ist. Und folgerichtig trägt das erste Gebäude hinter der Nevada State Line denn auch die Aufschrift … CASINO.

 
Auf dem Highway 207 zweige ich ab in Richtung South Lake Tahoe, wo ich mir für heute ein Nachtquartier suche. Die Auswahl an Unterkünften, die während der Skisaison von Wintersportlern belegt sind, ist sehr reichhaltig, und so finde ich denn auch ein sehr günstiges Hotelzimmer, das (mit Gutschein) lediglich 26 Dollar kostet!

Das Wetter morgens 15°C; tagsüber wolkenlos und trocken, bis zu 33°C
Tagesstrecke 269 mi. / 433 km
Übernachtung Dream Inn, South Lake Tahoe
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Kalifornien 2001, 7. Tag: Yosemite Nationalpark

Nach der morgendlichen Tasse Kaffee fahre ich zunächst wieder von Wawona ins Yosemite Valley, wo ich mein Auto auf dem Ganztagesparkplatz beim Curry Village abstelle. Für heute habe ich mir eine längere Rundwanderung vorgenommen, die mich südlich vom Half Dome über den Mist Trail und den John Muir Trail durch den Ostteil des Yosemite Valley führen wird.

Vom Curry Village fahre ich mit dem Shuttle-Bus zur Station Nr. 17 am Happy Isles Nature Center. Dort geht der Mist Trail los, der schon nach kurzer Zeit den Blick auf den Illilouette Fall freigibt, einen etwas kleineren der zahlreichen Wasserfälle im Yosemite Park. Kurze Zeit später hat man von einer Holzbrücke aus den ersten Blick auf den Vernal Fall, das erste Zwischenziel dieser Rundwanderung. Der folgende steile Aufstieg zur Spitze des Vernal Fall ist spektakulär, anstrengend und erfrischend zugleich: man klettert direkt an der rechten Seite des Wasserfalles entlang, und die aufschäumende Gischt ist an diesem heißen Sommertag eine willkommene Erfrischung. Ihre Spiegelung im Sonnenlicht führt außerdem zu einem sagenhaft schönen Regenbogeneffekt. An der Spitze des Wasserfalls hat man dann den unmittelbaren Blick auf die gewaltige Kraft der Wassermassen, die 100 Meter tief ins Tal stürzen – einfach toll!

 
Nach einem kurzen, aber sehr steilen Aufstieg gelangt man zum Emerald Pool, einer Art Plateau über der Spitze des Vernal Fall, das sich für eine kurze Rastpause anbietet. Anschließend beginnt der nächste sehr steile Aufstieg in Richtung des Nevada Fall, bis zu dessen oberstem Punkt nochmals ca. 300 Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür werde ich aber auch mit einem absolut tollen Blick ins Yosemite Valley belohnt – und mit 186m stürzt der Nevada Fall fast doppelt so weit in die Tiefe wie zuvor der Vernal Fall.

Nachdem ich auch hier oben nochmals eine kurze Rast eingelegt habe, wandere ich über den John Muir Trail auf der Südseite meines Hinweges wieder zurück. Dieser Weg hat im Gegensatz zum felsigen und steilen Mist Trail eher den Charakter eines Waldweges, und mir begegnen sogar einige Reiter, die hoch zu Ross in Richtung Nevada Falls unterwegs sind. Als ich wieder am Happy Isles Center rauskomme, endet nach 6½ Stunden diese fantastische Wanderung. Ich fahre anschließend ins Yosemite Village, wo ich mir ein paar Souvenirs kaufe, und mache auf dem Rückweg zu meinem Zelt noch ein paar weitere Fotos, darunter auch von dem 2.307m hohen El Capitan. Auf dem Campingplatz hat mittlerweile ein “Schichtwechsel” stattgefunden: lauter neue Nachbarn!

Das Wetter morgens 16°C; tagsüber im Yosemite Valley bis 32°C, wolkenlos
Tagesstrecke 59 mi. / 95 km
Camping Zeltplatz Nr. 33, Wawona Campground, Yosemite N.P.
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Kalifornien 2001, 6. Tag: Yosemite Nationalpark

Bären-Warnung, Yosemite Nationalpark

Bären-Warnung, Yosemite Nationalpark

Nach der ersten Nacht im Zelt stärke ich mich mit einem Becher Kaffee im Wawona Store, und fahre anschließend auf der Wawona Road in Richtung Norden. Nach ca. 15 km zweigt nach rechts die Straße ab, die zum Glacier Point führt, einem der besten Aussichtspunkte des ganzen Parks. Ungefähr auf halber Strecke tapst 25m vor meinem Auto ein Bär von rechts nach links über die Fahrbahn! Bis ich allerdings meine Kamera aus dem Rucksack gezerrt und entsichert habe, ist er schon wieder im Wald verschwunden …

Kurz vor dem Ende der Glacier Point Road gibt es mit dem Taft Point bereits einen ziemlich beeindruckenden Aussichtspunkt, von dem man insbesondere einen schönen Blick auf den markanten Half Dome-Felsen und einige Wasserfälle hat. All dies ist jedoch nichts gegen den Panoramablick, der sich mir ein paar Minuten später dann vom Glacier Point (Seehöhe 2.199m) bietet – die Aussicht auf das Yosemite Valley, und der Rundblick über die High Sierra sowie in den Merced Canyon mit seinen Wasserfällen sind mit Worten wirklich kaum zu beschreiben.

 
Nachdem ich die Glacier Point Road wieder abwärts gefahren bin, fahre ich weiter in Richtung Yosemite Valley. Unmittelbar hinter dem Tunnel, durch den man von Westen in das Tal gelangt, kann man am Tunnel View einen weiteren eindrucksvollen Blick in das Yosemite Valley werfen. Und auch ein paar der schönsten Wasserfälle lassen sich auf dem Weg in Richtung Yosemite Village aus nächster Nähe betrachten, so der Bridalveil Fall und der Upper Yosemite Fall. Nach einem kurzen Rundgang im Yosemite Village und einem Spaziergang zu den Yosemite Falls, die sich in der Nähe der Yosemite Lodge befinden, stelle ich mein Auto beim Curry Village ab, und fahre mit dem kostenlosen Shuttle-Bus zur Station in der Nähe des Mirror Lake. Der See führt gerade nicht sehr viel Wasser, trotzdem ergeben sich einige schöne Fotomotive mit Spiegelungen von Felsformationen. Ich wandere den kompletten Rundweg um den See, und bin nach etwa zweieinhalb Stunden wieder bei meinem Wagen.

Panoramablick auf Yosemite Valley vom Glacier Point

Panoramablick auf Yosemite Valley vom Glacier Point, Yosemite Nationalpark

Auf der Rückfahrt zum Campingplatz wird mir die Entfernung zwischen dem Yosemite Valley und Wawona erst so richtig bewußt – ich bin eine gute Dreiviertelstunde unterwegs, ehe ich wieder bei meinem Zeltplatz ankomme.

Das Wetter morgens 16°C; tagsüber bis 30°C, wolkenlos
Tagesstrecke 92 mi. / 148 km
Camping Zeltplatz Nr. 33, Wawona Campground, Yosemite N.P.
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Kalifornien 2001, 5. Tag: Merced – Mariposa – Oakhurst – Yosemite Nationalpark

Heute werde ich also endlich den Yosemite National Park erreichen. Dazu fahre ich von Merced auf dem CA-140 nach Osten bis nach Mariposa, wo ich frühstücke und den Wagen volltanke. Dann geht es auf dem Highway 49 bis Oakhurst, und von dort auf dem Highway 41 ein paar Meilen in nördlicher Richtung, bis ich den südlichen Eingang des Parks erreiche. Wie die nächsten Tage zeigen werden, sind die 20$, die der Eintritt kostet, mehr als gut angelegt.

Das Einchecken auf dem Wawona Campground klappt problemlos (den Platz hatte ich für drei Übernachtungen via Web von Deutschland aus gebucht). Der Campingplatz liegt ca. 2 km nördlich von Wawona, wo sich ein Hotel, eine Tankstelle und ein Gemischtwarenladen (“Wawona General Store”) befinden, in dem ich mich in den nächsten Tagen immer wieder mit Essen und Trinken versorgen kann. Ich habe Platz Nr. 33, der nur einige Meter entfernt vom südlichen Arm des Merced River entfernt liegt.

 
Nun baue ich rasch mein Zelt auf, und fahre anschließend in Richtung Mariposa Grove, um dort noch für den Rest des Nachmittags zu wandern. In diesem Bereich am südlichen Ende des Parks befindet sich die größte der drei im Park gelegenen Mammutbaumgruppen: etwa 500 ausgewachsene Sequoias, von denen die ältesten um die zweitausend Jahre alt und etwa 100 Meter hoch sind. Einige besonders beeindruckende Exemplare tragen klangvolle Namen, so gibt es z.B. den “Grizzly Giant”, den “California Tunnel Tree” oder das eng zusammenstehende “Faithful Couple”. Neben dem Museumsgebäude im Upper Grove gibt es eine Plantage mit Sequoia-Setzlingen, bei denen ein Schild den Besucher darauf hinweist, daß daraus bis zum Jahr 4000 genau so beeindruckende Bäume wie in der Umgebung wachsen werden – man bekommt hier ein ganz neues Verhältnis zur Zeit …

Ich wandere bis zum äußersten Aussichtspunkt im Upper Grove, dem Wawona Point: auf etwa 2.100m Höhe bietet sich ein herrlicher Blick über die High Sierra sowie ins San Joaquin Valley. Als ich mich am Abend im Schlafsack in meinem Zelt zusammenrolle, bemerke ich einen leichten Muskelkater am Hals vom vielen An-den-Sequoias-Hochgucken, freue mich aber gleichzeitig schon unheimlich auf die nächsten Tage im Yosemite.

Das Wetter morgens 15°C; tagsüber bis 27°C, wolkenlos
Tagesstrecke 104 mi. / 167 km
Camping Zeltplatz Nr. 33, Wawona Campground, Yosemite N.P.
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Kalifornien 2001, 4. Tag: Monterey Peninsula – Salinas – Gilroy – Merced

Old Monterey Hotel, Monterey

Old Monterey Hotel, Monterey

Heute kommt der morgendliche Kaffee mal wieder von Starbucks (Filiale in Seaside); dazu gibt es ein getoastetes Mohn-Bagel mit Frischkäse. Danach fahre ich nochmals nach Monterey, um den “Path of History” in Old Monterey entlang zu gehen. Monterey war von 1770 bis 1822 Hauptstadt des spanischen Kalifornien (Los Angeles, San Francisco und die jetzige Hauptstadt Sacramento gab es zu dieser Zeit noch nicht), und viele der Häuser aus der spanischen und mexikanischen Periode können heute noch besichtigt werden. So etwa die Colton Hall, in der 1849 die kalifornische Verfassung entworfen und verabschiedet wurde, Custom House Plaza, das erste Theater Kaliforniens, in dem seit 1847 ununterbrochen Vorstellungen stattfinden, und das Custom House, das 1827 zur Zeit der mexikanischen Oberherrschaft im Adobe-Stil erbaut wurde. Insgesamt ein sehr schöner Rundgang durch die Altstadt.

Colton Hall; Old Monterey

Colton Hall; Old Monterey

Am Pacific Grove Gate am westlichen Stadtrand von Monterey beginnt der 17 Mile Drive, eine Privatstraße (kostet 8$ Benutzungsgebühr!), die größtenteils direkt am Pazifik entlang führt, und teilweise das Gelände des weltberühmten Pebble Beach Golfclubs durchquert. Auch dieser Abschnitt der Pazifikküste ist landschaftlich sehr beeindruckend: von den zahlreichen Zypressen und Pinien des Del-Monte Waldes über malerische Strände bis hin zu einsamen Felsen. Ein besonders bekanntes Wahrzeichen ist die Lone Cypress (“einsame Zypresse”); außerdem führt die Straße an der sehr teuren und exquisiten Pebble Beach Lodge (1919) vorbei. Eine weitere Attraktion entlang der Strecke ist der Bird Rock, der vielen Möwenarten und Seehunden eine Heimat bietet.

Lone Cypress, 17 Mile Drive, Pebble Beach

Lone Cypress, 17 Mile Drive, Pebble Beach

Da ich heute noch möglichst nah an den Yosemite Nationalpark kommen will, wird es für mich gegen 15 Uhr allmählich Zeit, aufzubrechen, denn mir steht noch eine längere Fahrtstrecke Richtung Osten ins Landesinnere bevor. Sie führt über den Highway 68 bis Salinas, dann auf dem US-101 bis Gilroy, und anschließend auf den Highways 152 und 59 bis nach Merced. Kurz bevor der Highway 152 auf den Interstate 5 trifft, kommt man am San Luis Reservoir vorbei, einem Stausee, der als Naherholungsgebiet genutzt wird, und der von bizarren gelblichen Hügeln ohne jede Vegetation umgeben ist. In Merced beziehe ich mein letztes Hotelbett vor dem Camping-Intermezzo im Yosemite Nationalpark.

Das Wetter morgens 13°C; tagsüber leicht bewölkt und bis zu 27°C
Tagesstrecke 186 mi. / 299 km
Übernachtung Travelodge, Merced