Übersichtskarte zur Neuengland-Rundreise:
Routen- und Entfernungsübersicht:
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Routen- und Entfernungsübersicht:
Wie schon an den beiden Tagen zuvor fahre ich auch heute wieder von Quincy Adams aus mit der U-Bahn in die Stadt. Da ich bis spätestens 16 Uhr auf dem Flughafen sein muss, und vorher noch meinen Mietwagen vollgetankt abzugeben habe, bleiben mir nur noch ein paar Stunden, um nochmals durch die Innenstadt zu bummeln. Am heutigen Sonntag sieht man besonders viele Touristen, die brav auf der roten Freedom-Trail-Linie entlang balancieren. Auch der Bereich Quincy Market / Faneuil Hall ist heute sehr gut besucht.
Hier waren mir schon in den letzten beiden Tagen immer wieder originelle Straßenkünstler aufgefallen. Heute ist ein Typ da, der als “Vorprogramm” zu seiner nachfolgenden Artistik-Show vorbeigehende Passanten mit Musikschnipseln karikiert. Er hat einen Minidisc-Player dabei, und findet immer wieder ein passendes Musikstück zu dem, was um ihn herum passiert: Chariots Of Fire für einen würdevoll dahinschreitenden älteren Herrn, und Is She Really Going Out With Him? für ein etwas ungleiches Paar (sehr attraktive junge Frau in Begleitung eines dicklich-schleimigen Hornbrillenträgers). Das finden natürlich alle Klasse außer denjenigen, die Opfer seiner Scherze sind … Im Inneren des Quincy Markets, wo es ausschließlich Essen und Trinken zu kaufen gibt, versorge ich mich nochmals mit einer Abschiedsportion Clam Chowda, und kaufe mir noch ein paar Muffins für den Heimweg. Nochmals eine kurze Runde im Public Garden, und dann fahre ich mit der U-Bahn zurück zu meinem Auto. Der Boston Logan Airport liegt im Nordosten der Stadt; ich erreiche ihn über den Interstate 93 (der direkt am Ostrand des Zentrums entlangführt) und durch den Callahan Tunnel. Ganz schön viel Verkehr, aber ich liege gut in der Zeit. Rund um den Flughafen herrscht ein recht eigenwilliges Einbahnsystem, so dass es mir nicht auf Anhieb gelingt, die richtige Ausfahrt zur einzigen Tankstelle zu finden. Doch dann ist auch das geschafft, ich gebe das Auto nach etwas mehr als 5.000 gefahrenen km wieder zurück, und warte im Flughafen auf meinen Rückflug in Richtung Paris.|
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morgens 17°C, tagsüber bis 24°C; bedeckt, schwül |
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36 mi. / 58 km |
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… auf dem Rückflug Boston – Paris |
Und sie kramt eine Geschichte nach der anderen hervor. Nach zwei Stunden ist der Rundgang zu Ende, und ich fahre mit der U-Bahn zur Waterfront, dem Bostoner Hafenareal. Besonders auf Höhe des New England Aquarium hat man einen sehr guten Blick auf die Skyline der Stadt. Ich gehe weiter in Richtung Quincy Market – hier verursacht gerade ein Straßenkünstler einen ziemlichen Andrang, der einen Einkaufswagen auf der Stirn balanciert und dazu mit Keulen jongliert!
Ich mag diese Stadt!
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morgens 12°C, tagsüber bis 21°C; bedeckt und zum Teil stark windig |
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34 mi. / 55 km |
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Super 8 Motel, Brockton, MA |
Man kommt auf diese Weise direkt an der Parkanlage Boston Common raus. Dort ist auch unmittelbar ein Stand der Besucherinformation, und gleichzeitig ist hier der Startpunkt des Freedom Trail. Die 4,8 km lange Strecke zieht sich als rote Gehwegmarkierung durch die Stadt, und weist den Weg zu 16 historischen Stätten und Gebäuden, die im Kampf um die Unabhängigkeit von Bedeutung waren. Eine ideale Möglichkeit, als Besucher die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Einmal mehr habe ich Glück mit dem Wetter, das ideales Licht zum Fotografieren bietet.
Vorbei an State House, Park Street Church, Old State House und Faneuil Hall führt der Weg über die Charlestown Bridge zum Charlestown Navy Yard, wo es die USS Constitution zu sehen gibt, das älteste noch intakte Kriegsschiff der USA von 1797. Immer wieder verblüffend ist es, unterwegs zu sehen, wie harmonisch sich die vielen schön erhaltenen alten Gebäude mit der modernen Architektur zu einem einzigartigen Stadtbild zusammenfügen. Den nördlichsten Punkt des Freedom Trails bildet das Bunker Hill Monument in Charlestown, das wie eine Miniatur-Ausgabe des Washington Monuments in Washington, D.C. aussieht. Von hier aus hat man in Richtung Süden einen schönen Blick auf die Stadt. Wieder zurück am Boston Common, sehe ich mir diesen Park und den angrenzenden Public Garden etwas genauer an. Hier gibt es einen schönen kleinen Teich mit Enten und Schwänen, und über eine verzierte Brücke und vorbei an einem großen Reiterstandbild von George Washington gehe ich entlang der Boylston Street in Richtung Prudential Tower. Im 50. Stock dieses Hochhauses befindet sich der Skywalk, eine Aussichtsplattform, von der aus man einen hervorragenden Überblick über die Stadt und die Umgebung gewinnt. Im Erdgeschoß des Prudential Center gibt es inmitten einer Ladengalerie auch einige Terminals mit kostenlosem Internetzugang. Nach einer kurzen e-Mail nach Hause stärke ich mich noch mit einer Tasse New England Clam Chowda, einer sahnig-cremigen Muschelsuppe.Es beginnt bereits, dunkel zu werden, aber ich spaziere noch ein Stück weiter die Boylston Street entlang in Richtung Fenway Park. In einem der ältesten amerikanischen Baseballstadien findet an diesem Abend ein Heimspiel der Boston Red Sox statt, und die Atmosphäre ist ziemlich ähnlich wie bei uns vor einem Fußballspiel: der Duft von Bratwürsten liegt in der Luft, Souvenirhändler preisen ihre Artikel an, und die Fans führen die üblichen Fachgespräche. Allmählich machen sich meine Füße bemerkbar und beginnen, gegen die lange Wegstrecke des Tages zu rebellieren. Und so steige ich an der nächsten Haltestelle in die U-Bahn ein und fahre für heute zurück ins Motel.
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morgens 12°C, tagsüber bis 22°C; zum Teil bewölkt und windig |
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34 mi. / 55 km |
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Super 8 Motel, Brockton, MA |
Die Ortschaft Provincetown bildet den nördlichsten Punkt der Halbinsel. Hier setzten 1620 die Pilgerväter der Mayflower zum ersten Mal Anker an der amerikanischen Küste, woran das 77 m hohe Pilgrim Monument auf dem High Pole Hill erinnert. Heute ist Provincetown das touristische Zentrum der Halbinsel, wie man bei einem Spaziergang entlang der Hauptstraße des Ortes, die ausgerechnet noch “Commercial Street” heißt, unschwer erkennen kann. Außerdem ist P-Town ein beliebter Ausgangspunkt für Bootstouren zur Walbeobachtung (Whale Watching). Um die Mittagszeit stehen vor allen Restaurants der Stadt Mitarbeiter, die versuchen, die eine oder andere Busladung Touristen in ihr Lokal zu locken. Ich kaufe mir am Hafen eine Portion fritierte Krabben mit Pommes – nicht gerade die gesündeste Mahlzeit meiner Reise, aber sehr lecker!
Dann fahre ich ein paar Kilometer aus der Stadt hinaus, um mir die Strandlandschaft etwas genauer anzusehen. Vom Province Lands Visitor Center bietet sich ein sehr schöner Rundblick auf die Dünen, und ich wate ein wenig durch den tiefen Sand.Für den weiteren Weg in Richtung Boston fahre ich immer an der Cape Cod Bay (Highway 6 und 6A) entlang. Von Sagamore aus nehme ich dann den MA-3 nach Norden bis Plymouth, wo ich meinen Nachmittagsstopp einlege. Hier wird nochmals den Pilgervätern die Referenz erwiesen: es gibt den Schiffsnachbau Mayflower II zu besichtigen, und in unmittelbarer Nähe des Pilgerschiffes steht am Hafen ein offener Säulentempel, der über dem Plymouth Rock errichtet wurde – jenem Stein, auf dem die Pilgerväter angeblich amerikanischen Boden betraten. Ich sehe kaum einen amerikanischen Besucher, der nicht ein Foto oder eine Videoaufnahme des Felsbrockens (der bis auf eine Gravur “1620″ nicht aufregender als andere Felsbrocken aussieht) machen würde.
Gegenüber des Museums “Cranberry World” das ebenfalls am Hafen liegt, kaufe ich mir zwei Gläser mit dem Gelee dieser Moosbeeren, die in Neuengland sehr verbreitet und beliebt sind. Anschließend mache ich mich auf den Weg in Richtung Brockton (ca. 25km südlich von Boston). Die Unterkunft hier hatte ich bereits von Deutschland aus gebucht, und sie wird in den letzten Urlaubstagen meine Ausgangsbasis für die Besichtigung von Boston sein.|
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morgens 13°C; tagsüber bis 24°C, z.T. stark bewölkt und windig |
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184 mi. / 296 km |
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Super 8 Motel, Brockton, MA |
Bis zum späten Vormittag möchte ich heute Martha’s Vineyard erreichen. Dazu fahre ich von Newport aus in Richtung Nordosten (RI-138, I-195). In New Bedford mache ich einen kurzen Stop, um Lebensmittel und Filme für meine Kamera einzukaufen, und fahre dann weiter I-195 und MA-28 South am Ostrand der Buzzards Bay entlang.
Bereits in Falmouth fallen mir Hinweisschilder auf, daß die Parkplätze der Martha’s Vineyard Fähre in Woods Hole belegt seien. Also parke ich mein Auto in Falmouth, und nehme den kostenlosen Shuttlebus der Fährgesellschaft, um zur Ablegestelle zu gelangen. Die Überfahrt von Woods Hole nach Vineyard Haven kostet 5$ – und kaum hat die Fähre abgelegt, kommt die Sonne raus. Yippie!
Nach etwa 50 Minuten kommen wir in Vineyard Haven an. Dort leihe ich mir bei Martha’s Bicycle Rentals ein Fahrrad aus, und nun kann die Erkundung der Insel losgehen.
Das Wetter ist inzwischen herrlich sonnig, und so macht die Radtour umso mehr Spaß. Ich mache eine Runde von insgesamt etwas mehr als 30km, die mich mit Vineyard Haven, Oak Bluffs und Edgartown an den wichtigsten Orten im Osten der Insel vorbeiführt. Wunderschön ist es hier: viktorianische Holzbauten, Sandstrände, Heideland, bunte Boote und Jachten und elegante Herrenhäuser, so weit das Auge reicht. Immer wieder muß ich anhalten, weil sich wieder ein neues Fotomotiv ergibt.
Mit der 17 Uhr-Fähre verlasse ich am Nachmittag die Insel. Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz der Fährgesellschaft dann noch die Pointe des Tages: der Shuttlebus war kostenlos, aber der Parkplatz für den Tag kostet 8 Dollar. Sehr witzig!
Naja, nicht aufregen. Jetzt gilt es noch ein strategisch günstig gelegenes Motel für die morgige Etappe nach Cape Cod zu finden. Das ist heute gar nicht so einfach, denn die meisten Unterkünfte entlang der Route 28 sind belegt. Aber schließlich klappt es doch noch, und das Motel hat sogar einen großen Swimmingpool.
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morgens 19°C und stark bewölkt; tagsüber sonnig bis 28°C |
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128 mi. / 206 km |
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Americana Holiday Motel, West Yarmouth, MA |
Ich verzichte allerdings auf diesen Museumsbesuch, und schlendere stattdessen durch die engen Gassen der Altstadt. In einem der zahlreichen Straßencafés genehmige ich mir einen Cappuccino, ehe ich ein Stück weiter in Richtung Süden fahre.
Am Hampton Beach, etwa 10 Meilen südlich von Portsmouth, gehe ich barfuß am Sandstrand spazieren. Der Sand im sonnigen Teil ist angenehm warm; das hereinkommende Atlantikwasser fühlt sich herrlich kühl auf den Fußsohlen an.Nun habe ich ein längeres Stück im Auto vor mir: auf dem I-95 fahre ich bis kurz hinter die Grenze von Massachusetts; anschließend auf dem I-495 in weitem Bogen westlich an Boston vorbei, und dann nochmals auf dem I-95 in Richtung von Rhode Island, dem kleinsten US-Bundesstaat.
In Rhode Island nehme ich Kurs auf Providence, die Hauptstadt. Direkt hinter dem State Capitol finde ich einen Parkplatz, und mache mich zu Fuß auf den Weg in Richtung Innenstadt. Das State Capitol ist zwar ziemlich beeindruckend, und auch das Einkaufzentrum Providence Place ist ganz nett, aber auf dem weiteren Weg komme ich an einem zentralen Busbahnhof vorbei, wo jede Menge zweifelhafte Typen rumstehen – und auch ein Blick über den Busbahnhof hinaus zeigt eigentlich nur recht düstere Ecken. Zumal jetzt auch noch ein Unwetter aufzieht, ist mir das ganze nicht mehr allzu geheuer, und ich marschiere wieder zu meinem Auto zurück.Mein letztes Teilstück für heute führt bei mittlerweile strömendem Regen über I-95, US-1 und RI-138 nach Newport. Von der Newport Bridge (2$ Maut), die über die Narragansett Bay führt, sieht man bei dem Wetter leider nicht mehr allzu viel. Der peitschende Regen wird am Abend noch schlimmer; im Fernsehen ist von einem Ausläufer des aktuellen Florida-Hurrikans die Rede.
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morgens 16°C; tagsüber bis 24°C, leicht bewölkt, gegen Abend starke Schauer |
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174 mi. / 280 km |
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Motel 6, Newport, RI |
Besonders gut gefällt mir das Angebot im Ladengeschäft des Outdoor-Ausstatters ‘L.L.Bean’. Das Retail Store hat an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden geöffnet. Ich treffe auf einen Kassierer, der Ende der 60er Jahre mit seiner Frau als Opernsänger in Bielefeld tätig war: “Auf Wiedersehen, and have a nice trip” …
Nach einiger Zeit habe ich dann vom Shoppen wieder genug. Ich stärke mich noch mit einem Hummerbrötchen (lecker!), und fahre anschließend 20 Meilen weiter nach Portland, das mit rund 62.000 Einwohnern die größte Stadt von Maine ist. Hier lohnt es sich unbedingt, einen Spaziergang durch das restaurierte historische Viertel Old Port Exchange zu machen: schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster, alte Wohnhäuser und Kirchen verströmen einen Hauch 19. Jahrhundert.Ebenfalls empfehlenswert ist es, in der Markthalle Portland Public Market vorbeizuschauen – schon allein wegen des Dufterlebnisses, das sich aus dem Angebot an Früchten, Kaffee und Gebäck ergibt. Hier bietet sich eine tolle Gelegenheit für einen kleinen Imbiss, es gibt hervorragenden Kaffee, und wenn man sich von einem Händler den Parkschein abstempeln läßt, parkt man im anliegenden Parkhaus zwei Stunden kostenlos.
In der Hafengegend ist heute nicht allzu viel los, allerdings liegt dort (an der Commercial Street) das Fremdenverkehrsbüro. In der Umgebung stehen alte Lagerhäuser, die in den vergangenen Jahren in Apartments umgewandelt und so vor dem drohenden Verfall bewahrt wurden.Nach diesem angenehmen Kleinstadterlebnis fahre ich weiter in Richtung Süden. Auf dem ME-77 mache ich eine Schleife nach Cape Elizabeth zum Two Lights State Park, wo es mir allerdings trotz großer Anstrengungen nicht gelingt, mehr als einen Leuchtturm zu finden …
Naja, macht nichts. Bald verlasse ich auf dem Highway 1 den Bundesstaat Maine, und beziehe unmittelbar hinter der Grenze in Portsmouth, NH, mein Nachtquartier. Die freundliche, aber etwas zerstreute Dame im Motel checkt mich unter dem Namen “Norbert Moehni” ein …
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morgens 17°C; tagsüber bis 23°C, sonnig und leicht bewölkt |
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110 mi. / 177 km |
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Motel 6, Portsmouth, NH |
Am heutigen Morgen ist es etwas kühler als an den Tagen zuvor, aber recht sonnig. Scheint also das ideale “Nationalpark-Wetter” zu werden!
Um zu meinem ersten Ziel, dem Acadia National Park, zu gelangen, habe ich zunächst noch eine knapp zweistündige Autostrecke zurückzulegen. Sie führt auf dem Highway 11 nach Augusta, von dort aus auf dem I-95 bis Bangor, und anschließend über den Highway 1A South nach Ellsworth. Damit habe ich den Golf von Maine erreicht, und komme nach ein paar weiteren Kilometern südwärts kurz hinter der Ortschaft Bar Harbor auf Mount Desert Island an, der Hauptinsel des Parks.
Acadia ist der nordöstlichste der US-Nationalparks, der sich über mehrere Inseln in den Atlantik erstreckt. Die Park Loop Road, eine insgesamt ca. 40 km lange Trasse, führt den Besucher zu vielen eindrucksvollen Ausblicken auf die herrliche Landschaft und bietet zahlreiche Ausgangspunkte für Wanderungen.
Vom Sand Beach aus mache ich die Wanderung auf dem Great Head Trail, die mich über Stock und Stein zu herrlichen Aussichten und zu einigen Begegnungen mit Einheimischen führt – viele von ihnen wollen wissen, was sie auf dem Teil des Weges noch erwartet, den ich schon hinter mir habe (“Tell us what we’re up to”).
Der höchste Punkt entlang der Park Loop Road ist der Cadillac Mountain (466m), von dem aus man nochmals einen phantastischen Rundblick auf die Seen-, Fels- und Waldlandschaft des Parks hat.
Kurz vor fünf Uhr Nachmittags wird es leider Zeit, wieder aufzubrechen. Nun fahre ich immer entlang der Atlantikküste auf dem Highway 1 in südwestlicher Richtung. Immer wieder sieht man Stände mit der Aufschrift “Fresh Lobster” am Straßenrand: rund ¾ der gesamten in den USA gefangenen Hummer stammen aus Maine!
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morgens 11°C; tagsüber bis 19°C, zunächst sonnig, später stark bedeckt |
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324 mi. / 522 km |
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Super 8 Motel, Brunswick, ME |
Von Derby aus fahre ich am heutigen Morgen auf dem Highway 105 Ost nach New Hampshire. Dort zweige ich auf den US-3 nach Süden bis Lancaster ab, von wo aus der Highway 2 nach Osten in den White Mountain National Forest führt. Die White Mountains sind ein weiteres landschaftliches Highlight meiner Reise, und in der phänomenalen Landschaft sind an diesem Wochenende bereits recht früh am Vormittag viele Biker und Wanderer unterwegs.
Meine erste Unternehmung des Tages soll das Befahren der Mount Washington Auto Road sein, die bei Glen House an der Route 16 beginnt. Für 16$ bekomme ich zunächst eine Urkunde, eine Kassette mit Fahrtanweisungen und Geschichten über den Berg, und einen Autoaufkleber mit dem Schriftzug THIS CAR CLIMBED MT. WASHINGTON. Außerdem gibt es an der Talstation Hinweise auf die Witterungsbedingungen auf dem 1.917m hohen Gipfel: 20m Sichtweite, -3°C Lufttemperatur und eine Windgeschwindigkeit von 75 km/h. Aber davon lasse ich mich nicht abschrecken.
Die heutigen Witterungsbedingungen machen die 8 Meilen Fahrt zum Gipfel (auf zum Teil unbefestigter Straße) durchaus zu einem Erlebnis. Unterwegs überquert man die Baumgrenze, und es ist sehr interessant, den Wechsel der Fauna zu beobachten. Kurz unterhalb des Gipfels sieht man allerdings kaum mehr die Hand (geschweige denn andere Fahrzeuge) vor Augen.
Meine morgige Erkundung von Maine, dem nordöstlichsten Bundesstaat, bereite ich heute schon vor, indem ich mir ein Nachtquartier in Lewiston (etwa 50 km südwestlich von Maines Hauptstadt Augusta) suche.
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morgens 10°C; tagsüber bis 15°C, Wechsel zwischen Schauern und sonnigen Abschnitten |
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290 mi. / 467 km |
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Super 8 Motel, Lewiston, ME |