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Kalifornien 2001, 8. Tag: Yosemite Nationalpark – Mono Lake – South Lake Tahoe

Als ich morgens die Zeltwand öffne und den Kopf hinausstrecke, blinzle ich direkt in einen Sonnenstrahl – auch der vierte Yosemite-Tag scheint ein sommerlich schöner zu werden! Allerdings war das die letzte Nacht auf dem Campingplatz, und so steht erstmal Frühsport an – das Zelt muss abgebaut, gereinigt und verstaut werden.

Danach habe ich eingeplant, einen Abstecher zum Hetch Hetchy Reservoir zu machen, einem Stausee am Westrand des Parks. Dazu fahre ich auf der Big Oak Flat Road in Richtung Norden, und gelange nach ein paar Kilometern außerhalb des Parkgeländes über den Eingang “Hetch Hetchy” wieder ins Innere des Parks. Die Tankanzeige ist schon fast auf leer, aber so weit wird es ja hoffentlich bis zum Stausee nicht mehr sein …

Die Hetch Hetchy Road ist eine schmale und teilweise sehr steile Straße, die direkt zu einem Parkplatz am O’Shaughnessy Dam führt, der den See seit 1923 aufstaut. Auch hier ist es wieder sehr schön; nach einem kurzen Spaziergang mache ich mich aber wieder auf den Weg, denn ich möchte bis heute Abend möglichst noch den Lake Tahoe an der Grenze Kaliforniens zu Nevada erreichen.

 
Ich lasse den Motor an, fahre einige hundert Meter – und da geht die Kontrollampe der Tankanzeige an. So ein Mist, bis zur nächsten Tankstelle sind es noch 17 Meilen! Etwas unruhig auf dem Fahrersitz hin und her rutschend fahre ich in Richtung Crane Flat, und glücklicherweise erreiche ich die dortige Tankstelle in der Nähe des Westeingangs zum Park dann doch noch. Erleichtert kann ich meine Fahrt auf der Tioga Road in östlicher Richtung fortsetzen. Sie führt vorbei an einigen schönen Aussichtspunkten wie dem Olmsted Point zu den Toulumne Meadows, und kurze Zeit später verlasse ich auf 3.031m Seehöhe am Tioga Pass den Yosemite Nationalpark. Ein unvergessliches Naturerlebnis geht zu Ende.

Doch keine Zeit zur Traurigkeit: auch die Strecke auf dem Highway 120 vom Tioga Pass nach Lee Vining ist landschaftlich sehr eindrucksvoll. In Lee Vining zweige ich auf den US-395 nach Norden ab, gleichzeitig erstreckt sich über mehrere Kilometer am rechten Straßenrand das Westufer des Mono Lake. Auf dem Highway 395 geht es nun geradewegs in den Bundesstaat Nevada, der durch Orte wie Las Vegas und Reno als Hochburg der Glücksspieler bekannt ist. Und folgerichtig trägt das erste Gebäude hinter der Nevada State Line denn auch die Aufschrift … CASINO.

 
Auf dem Highway 207 zweige ich ab in Richtung South Lake Tahoe, wo ich mir für heute ein Nachtquartier suche. Die Auswahl an Unterkünften, die während der Skisaison von Wintersportlern belegt sind, ist sehr reichhaltig, und so finde ich denn auch ein sehr günstiges Hotelzimmer, das (mit Gutschein) lediglich 26 Dollar kostet!

Das Wetter morgens 15°C; tagsüber wolkenlos und trocken, bis zu 33°C
Tagesstrecke 269 mi. / 433 km
Übernachtung Dream Inn, South Lake Tahoe
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Kalifornien 2001, 7. Tag: Yosemite Nationalpark

Nach der morgendlichen Tasse Kaffee fahre ich zunächst wieder von Wawona ins Yosemite Valley, wo ich mein Auto auf dem Ganztagesparkplatz beim Curry Village abstelle. Für heute habe ich mir eine längere Rundwanderung vorgenommen, die mich südlich vom Half Dome über den Mist Trail und den John Muir Trail durch den Ostteil des Yosemite Valley führen wird.

Vom Curry Village fahre ich mit dem Shuttle-Bus zur Station Nr. 17 am Happy Isles Nature Center. Dort geht der Mist Trail los, der schon nach kurzer Zeit den Blick auf den Illilouette Fall freigibt, einen etwas kleineren der zahlreichen Wasserfälle im Yosemite Park. Kurze Zeit später hat man von einer Holzbrücke aus den ersten Blick auf den Vernal Fall, das erste Zwischenziel dieser Rundwanderung. Der folgende steile Aufstieg zur Spitze des Vernal Fall ist spektakulär, anstrengend und erfrischend zugleich: man klettert direkt an der rechten Seite des Wasserfalles entlang, und die aufschäumende Gischt ist an diesem heißen Sommertag eine willkommene Erfrischung. Ihre Spiegelung im Sonnenlicht führt außerdem zu einem sagenhaft schönen Regenbogeneffekt. An der Spitze des Wasserfalls hat man dann den unmittelbaren Blick auf die gewaltige Kraft der Wassermassen, die 100 Meter tief ins Tal stürzen – einfach toll!

 
Nach einem kurzen, aber sehr steilen Aufstieg gelangt man zum Emerald Pool, einer Art Plateau über der Spitze des Vernal Fall, das sich für eine kurze Rastpause anbietet. Anschließend beginnt der nächste sehr steile Aufstieg in Richtung des Nevada Fall, bis zu dessen oberstem Punkt nochmals ca. 300 Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür werde ich aber auch mit einem absolut tollen Blick ins Yosemite Valley belohnt – und mit 186m stürzt der Nevada Fall fast doppelt so weit in die Tiefe wie zuvor der Vernal Fall.

Nachdem ich auch hier oben nochmals eine kurze Rast eingelegt habe, wandere ich über den John Muir Trail auf der Südseite meines Hinweges wieder zurück. Dieser Weg hat im Gegensatz zum felsigen und steilen Mist Trail eher den Charakter eines Waldweges, und mir begegnen sogar einige Reiter, die hoch zu Ross in Richtung Nevada Falls unterwegs sind. Als ich wieder am Happy Isles Center rauskomme, endet nach 6½ Stunden diese fantastische Wanderung. Ich fahre anschließend ins Yosemite Village, wo ich mir ein paar Souvenirs kaufe, und mache auf dem Rückweg zu meinem Zelt noch ein paar weitere Fotos, darunter auch von dem 2.307m hohen El Capitan. Auf dem Campingplatz hat mittlerweile ein “Schichtwechsel” stattgefunden: lauter neue Nachbarn!

Das Wetter morgens 16°C; tagsüber im Yosemite Valley bis 32°C, wolkenlos
Tagesstrecke 59 mi. / 95 km
Camping Zeltplatz Nr. 33, Wawona Campground, Yosemite N.P.
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Kalifornien 2001, 6. Tag: Yosemite Nationalpark

Bären-Warnung, Yosemite Nationalpark

Bären-Warnung, Yosemite Nationalpark

Nach der ersten Nacht im Zelt stärke ich mich mit einem Becher Kaffee im Wawona Store, und fahre anschließend auf der Wawona Road in Richtung Norden. Nach ca. 15 km zweigt nach rechts die Straße ab, die zum Glacier Point führt, einem der besten Aussichtspunkte des ganzen Parks. Ungefähr auf halber Strecke tapst 25m vor meinem Auto ein Bär von rechts nach links über die Fahrbahn! Bis ich allerdings meine Kamera aus dem Rucksack gezerrt und entsichert habe, ist er schon wieder im Wald verschwunden …

Kurz vor dem Ende der Glacier Point Road gibt es mit dem Taft Point bereits einen ziemlich beeindruckenden Aussichtspunkt, von dem man insbesondere einen schönen Blick auf den markanten Half Dome-Felsen und einige Wasserfälle hat. All dies ist jedoch nichts gegen den Panoramablick, der sich mir ein paar Minuten später dann vom Glacier Point (Seehöhe 2.199m) bietet – die Aussicht auf das Yosemite Valley, und der Rundblick über die High Sierra sowie in den Merced Canyon mit seinen Wasserfällen sind mit Worten wirklich kaum zu beschreiben.

 
Nachdem ich die Glacier Point Road wieder abwärts gefahren bin, fahre ich weiter in Richtung Yosemite Valley. Unmittelbar hinter dem Tunnel, durch den man von Westen in das Tal gelangt, kann man am Tunnel View einen weiteren eindrucksvollen Blick in das Yosemite Valley werfen. Und auch ein paar der schönsten Wasserfälle lassen sich auf dem Weg in Richtung Yosemite Village aus nächster Nähe betrachten, so der Bridalveil Fall und der Upper Yosemite Fall. Nach einem kurzen Rundgang im Yosemite Village und einem Spaziergang zu den Yosemite Falls, die sich in der Nähe der Yosemite Lodge befinden, stelle ich mein Auto beim Curry Village ab, und fahre mit dem kostenlosen Shuttle-Bus zur Station in der Nähe des Mirror Lake. Der See führt gerade nicht sehr viel Wasser, trotzdem ergeben sich einige schöne Fotomotive mit Spiegelungen von Felsformationen. Ich wandere den kompletten Rundweg um den See, und bin nach etwa zweieinhalb Stunden wieder bei meinem Wagen.

Panoramablick auf Yosemite Valley vom Glacier Point

Panoramablick auf Yosemite Valley vom Glacier Point, Yosemite Nationalpark

Auf der Rückfahrt zum Campingplatz wird mir die Entfernung zwischen dem Yosemite Valley und Wawona erst so richtig bewußt – ich bin eine gute Dreiviertelstunde unterwegs, ehe ich wieder bei meinem Zeltplatz ankomme.

Das Wetter morgens 16°C; tagsüber bis 30°C, wolkenlos
Tagesstrecke 92 mi. / 148 km
Camping Zeltplatz Nr. 33, Wawona Campground, Yosemite N.P.
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Kalifornien 2001, 5. Tag: Merced – Mariposa – Oakhurst – Yosemite Nationalpark

Heute werde ich also endlich den Yosemite National Park erreichen. Dazu fahre ich von Merced auf dem CA-140 nach Osten bis nach Mariposa, wo ich frühstücke und den Wagen volltanke. Dann geht es auf dem Highway 49 bis Oakhurst, und von dort auf dem Highway 41 ein paar Meilen in nördlicher Richtung, bis ich den südlichen Eingang des Parks erreiche. Wie die nächsten Tage zeigen werden, sind die 20$, die der Eintritt kostet, mehr als gut angelegt.

Das Einchecken auf dem Wawona Campground klappt problemlos (den Platz hatte ich für drei Übernachtungen via Web von Deutschland aus gebucht). Der Campingplatz liegt ca. 2 km nördlich von Wawona, wo sich ein Hotel, eine Tankstelle und ein Gemischtwarenladen (“Wawona General Store”) befinden, in dem ich mich in den nächsten Tagen immer wieder mit Essen und Trinken versorgen kann. Ich habe Platz Nr. 33, der nur einige Meter entfernt vom südlichen Arm des Merced River entfernt liegt.

 
Nun baue ich rasch mein Zelt auf, und fahre anschließend in Richtung Mariposa Grove, um dort noch für den Rest des Nachmittags zu wandern. In diesem Bereich am südlichen Ende des Parks befindet sich die größte der drei im Park gelegenen Mammutbaumgruppen: etwa 500 ausgewachsene Sequoias, von denen die ältesten um die zweitausend Jahre alt und etwa 100 Meter hoch sind. Einige besonders beeindruckende Exemplare tragen klangvolle Namen, so gibt es z.B. den “Grizzly Giant”, den “California Tunnel Tree” oder das eng zusammenstehende “Faithful Couple”. Neben dem Museumsgebäude im Upper Grove gibt es eine Plantage mit Sequoia-Setzlingen, bei denen ein Schild den Besucher darauf hinweist, daß daraus bis zum Jahr 4000 genau so beeindruckende Bäume wie in der Umgebung wachsen werden – man bekommt hier ein ganz neues Verhältnis zur Zeit …

Ich wandere bis zum äußersten Aussichtspunkt im Upper Grove, dem Wawona Point: auf etwa 2.100m Höhe bietet sich ein herrlicher Blick über die High Sierra sowie ins San Joaquin Valley. Als ich mich am Abend im Schlafsack in meinem Zelt zusammenrolle, bemerke ich einen leichten Muskelkater am Hals vom vielen An-den-Sequoias-Hochgucken, freue mich aber gleichzeitig schon unheimlich auf die nächsten Tage im Yosemite.

Das Wetter morgens 15°C; tagsüber bis 27°C, wolkenlos
Tagesstrecke 104 mi. / 167 km
Camping Zeltplatz Nr. 33, Wawona Campground, Yosemite N.P.
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Kalifornien 2001, 4. Tag: Monterey Peninsula – Salinas – Gilroy – Merced

Old Monterey Hotel, Monterey

Old Monterey Hotel, Monterey

Heute kommt der morgendliche Kaffee mal wieder von Starbucks (Filiale in Seaside); dazu gibt es ein getoastetes Mohn-Bagel mit Frischkäse. Danach fahre ich nochmals nach Monterey, um den “Path of History” in Old Monterey entlang zu gehen. Monterey war von 1770 bis 1822 Hauptstadt des spanischen Kalifornien (Los Angeles, San Francisco und die jetzige Hauptstadt Sacramento gab es zu dieser Zeit noch nicht), und viele der Häuser aus der spanischen und mexikanischen Periode können heute noch besichtigt werden. So etwa die Colton Hall, in der 1849 die kalifornische Verfassung entworfen und verabschiedet wurde, Custom House Plaza, das erste Theater Kaliforniens, in dem seit 1847 ununterbrochen Vorstellungen stattfinden, und das Custom House, das 1827 zur Zeit der mexikanischen Oberherrschaft im Adobe-Stil erbaut wurde. Insgesamt ein sehr schöner Rundgang durch die Altstadt.

Colton Hall; Old Monterey

Colton Hall; Old Monterey

Am Pacific Grove Gate am westlichen Stadtrand von Monterey beginnt der 17 Mile Drive, eine Privatstraße (kostet 8$ Benutzungsgebühr!), die größtenteils direkt am Pazifik entlang führt, und teilweise das Gelände des weltberühmten Pebble Beach Golfclubs durchquert. Auch dieser Abschnitt der Pazifikküste ist landschaftlich sehr beeindruckend: von den zahlreichen Zypressen und Pinien des Del-Monte Waldes über malerische Strände bis hin zu einsamen Felsen. Ein besonders bekanntes Wahrzeichen ist die Lone Cypress (“einsame Zypresse”); außerdem führt die Straße an der sehr teuren und exquisiten Pebble Beach Lodge (1919) vorbei. Eine weitere Attraktion entlang der Strecke ist der Bird Rock, der vielen Möwenarten und Seehunden eine Heimat bietet.

Lone Cypress, 17 Mile Drive, Pebble Beach

Lone Cypress, 17 Mile Drive, Pebble Beach

Da ich heute noch möglichst nah an den Yosemite Nationalpark kommen will, wird es für mich gegen 15 Uhr allmählich Zeit, aufzubrechen, denn mir steht noch eine längere Fahrtstrecke Richtung Osten ins Landesinnere bevor. Sie führt über den Highway 68 bis Salinas, dann auf dem US-101 bis Gilroy, und anschließend auf den Highways 152 und 59 bis nach Merced. Kurz bevor der Highway 152 auf den Interstate 5 trifft, kommt man am San Luis Reservoir vorbei, einem Stausee, der als Naherholungsgebiet genutzt wird, und der von bizarren gelblichen Hügeln ohne jede Vegetation umgeben ist. In Merced beziehe ich mein letztes Hotelbett vor dem Camping-Intermezzo im Yosemite Nationalpark.

Das Wetter morgens 13°C; tagsüber leicht bewölkt und bis zu 27°C
Tagesstrecke 186 mi. / 299 km
Übernachtung Travelodge, Merced
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Kalifornien 2001, 3. Tag: Santa Cruz – Monterey – Big Sur – Marina

An diesem Morgen fahre ich zunächst von Santa Cruz aus ein paar Meilen südlich bis nach Capitola, wo es bei der Santa Cruz Coffee Co. einen ganz tollen Cappuccino und frische Bagels mit Cream Cheese gibt.

Highway 1 zwischen Monterey und Big Sur

Highway 1 zwischen Monterey und Big Sur

Nach dieser leckeren Stärkung geht es auf dem Highway 1 in südlicher Richtung weiter nach Monterey. Der Großteil der Strecke führt direkt an der Monterey Bay entlang, was für einige tolle Ausblicke über die Pazifikküste gut ist. Über Castroville komme ich nach einer knappen Stunde in Monterey an, wo ich mein Auto relativ zentral im Cannery Row Parkhaus abstelle. Von hier aus sind es nur wenige 100 Meter zum Monterey Bay Aquarium, der weltberühmten Ausstellung zum Leben im Meer. Der Eintrittspreis ist beachtlich, aber dafür wird man mit einer absolut beeindruckenden Erfahrung belohnt: Informationen zu einem hochsensiblen Ökosystem, und alle erdenklichen Arten von Meerestieren: von Leopardenhaien über Seevögel, Tintenfische und Quallen bis hin zu den beliebten Seeottern, die gleichzeitig als Maskottchen fungieren. Sehr spannend ist auch die tägliche Fütterung der Fische in der “Outer Bay Exhibit”, die jeweils um 11 Uhr vor vollen Besuchertribünen stattfindet.

Nach dem Besuch im Aquarium gehe ich die Cannery Row entlang – Literaturfreunde wissen, daß dies der Schauplatz von John Steinbecks Roman “Die Straße der Ölsardinen” ist. Heute findet man hier eine Ladenzeile und sehr viele Restaurants: in einem davon lasse ich mir zum Mittagessen eine Platte mit gegrillen Meerestieren schmecken. Danach gehe ich weiter in Richtung Norden zum Fisherman’s Wharf, der mit seinen Shops und Imbißständen einen weiteren touristischen Anziehungspunkt bietet.

Point Lobos State Reserve, bei Carmel

Point Lobos State Reserve, bei Carmel

Ich entschließe mich, heute noch ein Stück auf dem Highway 1 am Pazifik entlang zu fahren, und morgen nochmals hierher zurückzukommen, um mir Old Monterey anzusehen. Nach relativ kurzer Fahrt in Richtung Süden erreiche ich in der Nähe von Carmel die Point Lobos State Reserve, ein ca. 500 ha großes Naturschutzgebiet. Durch die unaufhörlichen Wellenbewegungen über viele Millionen Jahre ist hier eine allmähliche Erosion des Gesteins eingetreten, die zur Bildung seltsam formierter Klippen, Höhlen und Tümpel geführt hat. Außerdem haben sich hier zahlreiche Seeotter und Seehunde angesiedelt.

Highway 1 zwischen Monterey und Big Sur

Highway 1 zwischen Monterey und Big Sur

Von Point Lobos aus fahre ich anschließend weiter in südlicher Richtung auf dem Highway 1 direkt an der schroffen Pazifikküste entlang. Immer wieder halte ich an, um die zum Teil fast schon dramatische Aussicht zu genießen – teilweise fällt die Steilküste wenige Meter vom rechten Fahrbahnrand steil nach unten ab. Kurz hinter Big Sur kehre ich um, mache in der Ortschaft Seaside (nördlich von Monterey) meinen ersten Tankstop, und checke in Marina in das heutige Motel ein.

Das Wetter morgens 12°C; tagsüber bewölkt und starker Küstenwind, bis 25°C
Tagesstrecke 150 mi. / 242 km
Übernachtung Motel 6, Marina
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Kalifornien 2001, 2. Tag: San Francisco – Palo Alto – San Jose – Santa Cruz

In unmittelbarer Nähe meines Hotels gibt es einen Truck Stop mit angeschlossener Starbucks-Filiale. Hier besorge ich mir einen Becher des gewohnt guten Kaffees, und frisches Gebäck zum Frühstück.

Stanford University Campus, Palo Alto

Stanford University Campus, Palo Alto

Auf dem Highway 101 – neben dem Interstate 280 und dem “El Camino Real” genannten Highway 82 die Hauptverkehrsader durch die Bay Area – fahre ich in Richtung Südwesten in Richtung Palo Alto. Dort steuere ich einen Parkplatz auf dem Campus der Stanford Universität an. Stanford ist eine der renommiertesten Bildungseinrichtungen der USA, und ein kurzer Spaziergang über den Campus führt mich an einigen der historischen Bauten wie dem Memorial Auditorium (dort befindet sich die Besucherinformation), dem Hoover Tower und der Memorial Church vorbei. Einige der Instituts- und Vorlesungsgebäude tragen die Namen ihrer prominenten Mäzene, so etwa das “Bill Gates Computer Science Building”. Allmählich treffen auch die Studenten ein, und auf dem ganzen Gelände herrscht ein reger Fahrradverkehr.

Hewlett-Packard Garage, 367 Addison Avenue, Palo Alto

Hewlett-Packard Garage, 367 Addison Avenue, Palo Alto

Etwas später verlasse ich das Areal, und fahre in die Innenstadt von Palo Alto, um mich auf die Suche nach der “Hewlett-Packard Garage” zu begeben – der Geburtsstätte meines derzeitigen Arbeitgebers. Die Adresse – 367 Addison Avenue – ist nicht allzu schwierig zu finden, und so stehe ich also vor dem Holzschuppen, in dem die Stanford-Absolventen Bill Hewlett und David Packard 1939 ihr erstes Messgerät zusammenschraubten. Eine Gedenkplakette vor dem angrenzenden Wohnhaus würdigt die Garage sogar als “Geburtsort des Silicon Valley”.

Ein paar Kilometer südlich besuche ich anschließend in den HP-Offices in Mountain View einen Kollegen. Das Mittagessen bei einem örtlichen mexikanischen Restaurant ist besonders lecker!

Beach Bordwalk, Santa Cruz

Beach Bordwalk, Santa Cruz

Anschließend setze ich meine Fahrt in südlicher Richtung fort. Auf dem US-101 passiere ich San Jose, und fahre auf dem CA-17 weiter in Richtung Pazifikküste. In Santa Cruz am Highway 1 suche ich mir für diese Nacht eine Unterkunft. Die Hauptattraktion des Ortes, der an der nördlichen Spitze der Bucht von Monterey liegt, ist der Beach Boardwalk, ein direkt am Strand gelegener drei Straßenblocks langer Amüsierbereich mit Achterbahnen, Karameläpfeln, Spielhalle und Schießständen (die hölzerne “Big Dipper” Achterbahn von 1924 ist die beliebteste Attraktion hier). Das alles ist an diesem Abend bevölkert mit einigen hundert Teenies und wenigen Erholung (?) suchenden Erwachsenen. Der Sandstrand ist allerdings wirklich sehr schön, und im Beach-Bereich tummeln sich auch einige Windsurfer, sowie die für Kalifornien obligatorischen Beachvolleyballer. Die Zimmerpreise in Santa Cruz sind – zumal mit dem heute geltenden Wochenendtarif – sehr hoch.

Das Wetter morgens 14°C; tagsüber leicht bewölkt, bis 25°C
Tagesstrecke 111 mi. / 179 km
Übernachtung Super 8 Motel, Santa Cruz
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Kalifornien 2001, 1. Tag: San Francisco

Auf dem Highway 101 nach Downtown San Francisco

Auf dem Highway 101 nach Downtown San Francisco

Meinen Mietwagen hatte ich bereits gestern – unmittelbar nach meiner Ankunft am (sehr) späten Abend – bei Alamo abgeholt. Und so fahre ich am heutigen Morgen von meiner Unterkunft in der Nähe des San Francisco Airports auf dem Highway 101 und dem Interstate 80 über die Bay Bridge nach Oakland, das auf der anderen Seite der Bucht von San Francisco liegt. Direkt nach San Francisco reinzufahren und nach einer Parkgelegenheit zu suchen, wollte ich vermeiden – und von Oakland aus kann man für $2,20 sehr zügig und bequem mit BART (Bay Area Rapid Transit), dem Nahverkehrssystem, direkt ins Zentrum von San Francisco fahren.

Dort steige ich an der Station Powell Street aus, die direkt unter dem San Francisco Shopping Center liegt. Ganz in der Nähe, auf der anderen Seite der Market Street, ist die Besucherinformation der Stadt, wo ich mir ein Heft mit Hotelcoupons und einen Stadtplan besorge. Auf einem anschließenden Rundgang durch die Innenstadt frische ich die Erinnerungen auf, die noch von meinem ersten Besuch hier vor fünf Jahren übrig sind: kosmopolitisches Flair, drückend warmes Wetter das sich mit kühlen Brisen vom Pazifik her abwechselt – aber an einigen Straßenecken auch eine unerfreuliche Anzahl von Obdachlosen und Bettlern. Die Grünanlage am Union Square ist zur Zeit abgetragen, um die Bauarbeiten für ein neues Parkhaus zu ermöglichen.

Mission Dolores, 16th & Mission Sts.

Mission Dolores, 16th & Mission Sts.

Nach meinem ersten Stadtrundgang gehe ich zurück zur BART-Station, und fahre bis zur Station Mission/16th St.. Drei Blocks westlich von hier aus befindet sich Mission Dolores. Das 1791 vollendete Gebäude, das eigentlich Mission San Francisco de Asis heißt, ist eine der ältesten der insgesamt 21 Missionsstationen, die zwischen 1769 und 1821 im Auftrag des spanischen Königshauses entlang der Pazifikküste entstanden. Der angrenzende Friedhof ist Filmfans ein Begriff, denn er wurde von Alfred Hitchcock als Schauplatz einer Schlüsselszene seines Films Vertigo (1958) verwendet.

Blick vom Coit Tower, Telegraph Hill

Blick vom Coit Tower, Telegraph Hill

Anschließend fahre ich ins Zentrum zurück, und gehe durch San Francisco’s Chinatown (die größte Ansiedlung von Chinesen außerhalb Asiens) und an dem markanten “Transamerica Pyramid” Hochhaus vorbei in Richtung Telegraph Hill. Auf diesem Hügel befindet sich der Coit Tower, von dessen Spitze aus sich ein sehr schöner Rundblick auf die Stadt und die San Francisco Bay bietet. Der Turm wurde 1934 von einer Feuerwehrkompanie in Auftrag gegeben; seine Form erinnert an die Düse eines Feuerwehrschlauchs, und seine Namenspatronin Lillie Coit war Ehrenmitglied eben dieser Feuerwehrkompanie.

Das war’s dann auch schon mit dem ersten Tag dieser Reise. Von Oakland aus fahre ich über die Bay Bridge (für die stadteinwärts 2$ Maut zu bezahlen sind) zurück in meine Unterkunft.

Das Wetter morgens 24°C; tagsüber bis 34°C, wolkenlos und sonnig
Tagesstrecke 56 mi. / 90 km
Übernachtung Motel 6, South San Francisco
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Neuengland 2000: Übersicht

Übersichtskarte zur Neuengland-Rundreise:

 
Routen- und Entfernungsübersicht:

TagDatumRouteTagesstrecke
mi. / km
104.09.2000
Montag
Washington D.C. (National Mall)14 / 23
205.09.2000
Dienstag
Washington D.C. (Capitol, Nat'l Gallery of Art, Georgetown)6 / 10
306.09.2000
Mittwoch
Washington D.C. (Nat'l Air and Space Museum, Post Office Tower, Arlington Cemetery, Adams Morgan) 4 / 6
407.09.2000
Donnerstag
Washington D.C. - Annapolis - Chesapeake Bay - Norfolk328 / 528
508.09.2000
Freitag
Norfolk - Colonial Williamsburg - Richmond - Charlottesville198 / 319
609.09.2000
Samstag
Charlottesville - Shenandoah N.P. - Martinsburg214 / 345
710.09.2000
Sonntag
Martinsburg - Gettysburg - Harrisburg - Hershey - Lancaster212 / 341
811.09.2000
Montag
Lancaster - Pennsylvania Dutch Country - Philadelphia160 / 258
912.09.2000
Dienstag
Philadelphia (Downtown, Philadelphia Museum of Art, Society Hill)18 / 29
1013.09.2000
Mittwoch
Philadelphia - NJ Transit - Branford253 / 407
1114.09.2000
Donnerstag
Branford - Old Saybrook - Mystic/Stonington - Hartford - South Deerfield213 / 343
1215.09.2000
Freitag
South Deerfield - Green Mountains (VT) - Montpelier - Burlington - Derby350 / 564
1316.09.2000
Samstag
Derby - White Mountains (NH) - Lewiston290 / 467
1417.09.2000
Sonntag
Lewiston - Acadia N.P. - Brunswick324 / 522
1518.09.2000
Montag
Brunswick - Freeport - Portland - Portsmouth110 / 177
1619.09.2000
Dienstag
Portsmouth - Hampton Beach - Providence - Newport174 / 280
1720.09.2000
Mittwoch
Newport - Martha's Vineyard - West Yarmouth128 / 206
1821.09.2000
Donnerstag
West Yarmouth - Cape Cod (Provincetown) - Plymouth - Brockton184 / 296
1922.09.2000
Freitag
Boston (Freedom Trail, Back Bay)34 / 55
2023.09.2000
Samstag
Boston (Beacon Hill, Cambridge, Waterfront)34 / 55
2124.09.2000
Sonntag
Boston (Quincy Market, Flughafen)36 / 58

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Neuengland 2000, 21. Tag: Boston

Old State House, Boston, MA

Old State House

Leider ist heute der Tag der Abreise gekommen. Das bedeutet auch wieder eine Neuaufführung des alljährlichen Dramas mit dem Titel “… ach herrje, ich hatte doch vor drei Wochen nicht so viel Zeug dabei” (Am Nachmittag wird sich auf dem Flughafen herausstellen, dass mein Koffer zu schwer geworden ist, und ich Teile des Inhalts in einen Karton auslagern muss).

Wie schon an den beiden Tagen zuvor fahre ich auch heute wieder von Quincy Adams aus mit der U-Bahn in die Stadt. Da ich bis spätestens 16 Uhr auf dem Flughafen sein muss, und vorher noch meinen Mietwagen vollgetankt abzugeben habe, bleiben mir nur noch ein paar Stunden, um nochmals durch die Innenstadt zu bummeln. Am heutigen Sonntag sieht man besonders viele Touristen, die brav auf der roten Freedom-Trail-Linie entlang balancieren. Auch der Bereich Quincy Market / Faneuil Hall ist heute sehr gut besucht.

Public Garden, Boston, MA

Public Garden

Hier waren mir schon in den letzten beiden Tagen immer wieder originelle Straßenkünstler aufgefallen. Heute ist ein Typ da, der als “Vorprogramm” zu seiner nachfolgenden Artistik-Show vorbeigehende Passanten mit Musikschnipseln karikiert. Er hat einen Minidisc-Player dabei, und findet immer wieder ein passendes Musikstück zu dem, was um ihn herum passiert: Chariots Of Fire für einen würdevoll dahinschreitenden älteren Herrn, und Is She Really Going Out With Him? für ein etwas ungleiches Paar (sehr attraktive junge Frau in Begleitung eines dicklich-schleimigen Hornbrillenträgers). Das finden natürlich alle Klasse außer denjenigen, die Opfer seiner Scherze sind …

Faneuil Hall, Boston, MA

Faneuil Hall

Im Inneren des Quincy Markets, wo es ausschließlich Essen und Trinken zu kaufen gibt, versorge ich mich nochmals mit einer Abschiedsportion Clam Chowda, und kaufe mir noch ein paar Muffins für den Heimweg. Nochmals eine kurze Runde im Public Garden, und dann fahre ich mit der U-Bahn zurück zu meinem Auto. Der Boston Logan Airport liegt im Nordosten der Stadt; ich erreiche ihn über den Interstate 93 (der direkt am Ostrand des Zentrums entlangführt) und durch den Callahan Tunnel. Ganz schön viel Verkehr, aber ich liege gut in der Zeit. Rund um den Flughafen herrscht ein recht eigenwilliges Einbahnsystem, so dass es mir nicht auf Anhieb gelingt, die richtige Ausfahrt zur einzigen Tankstelle zu finden. Doch dann ist auch das geschafft, ich gebe das Auto nach etwas mehr als 5.000 gefahrenen km wieder zurück, und warte im Flughafen auf meinen Rückflug in Richtung Paris.

Das Wetter morgens 17°C, tagsüber bis 24°C; bedeckt, schwül
Tagesstrecke 36 mi. / 58 km
Übernachtung … auf dem Rückflug Boston – Paris